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Citizen Promaster AutomaticCitizen Promaster AutomaticDie hier vorliegende Testuhr, eine Citizen Promaster Automatic, Ref. Y GN-4S, wurde im Jahr 1999 für seinerzeit umgerechnet rund 150 Euro angeschafft.

Seit dieser Zeit ist sie bei allen Wassersportaktivitäten, in Summe ca. 4 Wochen im Jahr, im Einsatz.

Da der Klassiker bis heute noch hergestellt wird, und auch preislich mit rund 200€ extrem attraktiv ist, lohnt es sich, ihn über einen längeren Zeitraum zu testen und die Erfahrungen mitzuteilen.

Der Anfang - Originaltext Sommer 1999

Will man sich heute eine mechanische Taucheruhr zulegen, so hat man die Qual der Wahl: Entweder man legt sich eine Uhr der Spitzenklasse zu, die man dann doch lieber nicht zum Wassersport verwendet, oder man greift zu den allgegenwärtigen Russen-Tauchern, die allerdings nur eingeschränkt praxistauglich sind. Dazwischen tummeln sich dann diverse (mehr oder weniger NoName-) ETA-2824-beseelte Uhren mit mehr oder weniger gleichen Gehäusen, Zifferblättern und Zeigern, und natürlich die japanischen Taucheruhren, von Seiko und Citizen.

Citizen stellt auch heute noch mechanische Uhren her, allerdings ist deren Anteil minimal und eine völlige Einstellung der Produktion mechanischer Uhren ist durchaus im Bereich des Möglichen. Dies ware besonders bedauerlich, da Citizen mit ihrer Kaliberfamilie 82xx wahrlich keine Vergleiche mit Schweizer Werken zu scheuen braucht.

Datenblatt 
Hersteller: Citizen
Referenz: Y GN-4-S
Gehäuse: Durchmesser: 42mm
Höhe: 12,5mm
Bandanstöße: 20mm
Wasserdichtheit: 200m
Uhrwerk: Citizen 8203 (hauseigen)
23Steine
Automatik
Funktionen: h,m,s,w,d
Herstellungsjahr: 1999
Preis: ~150 EUR

An der Ernsthaftigkeit dieser Taucheruhr gibt es nichts zu zweifeln. Sie entspricht bis ins Detail dem, was man von einem solchen Instrument erwartet:
Einseitig verstellbarer, rastender Tauchzeitring mit Leuchtmarkierung, kontrastreiches Zifferblatt, Üppige Verwendung von Leuchtmasse, massives Edelstahlgehäuse und eine verschraubte Krone. Bei ihrer Position auf "8" zeigt sich, daß hier praktische Erfahrungen einflossen, da sie hier nicht nur optional schlaggeschützt ist, sondern sich auch nicht bei abgewinkeltem Handgelenk in den Handrücken bohrt.

Die Ablesbarkeit ist unter allen Bedingungen optimal. Tagsüber bietet das schwarze Blatt einen optimalen Kontrast zu den silber/grünem Zeigern, nachts sorgen die mit Leuchtmasse ausgelegten Zeiger und nicht verwechselbaren Indexe für eine optimale Zeitanzeige. Und selbst das praktische Datum mit Wochentag fügt sich unaufdringlich und farbrichtig in das Zifferblatt ein. Einzig die Zeiger müßten noch einen Tick länger sein - ein Problem das leider fast alle, auf dem Markt befindlichen Uhren betrifft.

Das plane Mineralglas ist Bruchteile eines Millimeters tiefer als der Tauchring eingepaßt und somit ideal gegen Beschädigungen und großflächige Stöße geschützt. Auch hier haben wohl wieder Erfahrungen aus der Praxis zu dieser optimalen Lösung geführt. State-of-the-art sind der verschraubte Edelstahlboden und das gewebeverstärkte, flexible Kautschukband.

Das Werk ist ebenfalls im wahrsten Sinne des Wortes tadellos. Es gibt einfach nichts daran auszusetzen, es ist höchst zuverlässig, baut selbst bei geringen Bewegungen eine ausreichende Gangreserve auf, und läuft so genau, wie man es eigentlich erst von wesentlich teureren Uhren erwarten würde. Vor dem obligatorischen Gangeinbruch lief die fabrikneue Uhr mit sage und schreibe +0,4 Sekunden pro Tag, nach drei Monaten driftete sie ein wenig ins Minus und wurde reguliert.

Das Kaliber 8203 stammt aus der citizen-eigenen Fabrik Miyota und bildet, wenn man Gerüchten glauben darf, wohl den krönenden Abschluß der Mechanik-ära bei Citizen. Konstruktiv sorgt ein einseitiger Rotoraufzug, wahlweise auch ein händischer Aufzug über die losgeschraubte Krone, für die notwendige Kraft, die durch ein 23-steiniges Werk mit indirekter Zentralsekunde an das Zeigerwerk abgegeben wird. Die Gangreserve liegt bei weit über 36 Stunden, so daß die Uhr auch an einem Schlechtwettertag mal liegenbleiben kann.

Hersteller
Kaliber
Datenblatt


Das Werk ist durch einen stoßabsorbierenden Plastik-Werkhaltering im Gehäuse zentriert. Dies ist zwar keine schöne Lösung, bietet aber in einer Sportuhr handfeste Vorteile gegenüber einer starren Werkverschraubung.

Zusammenfassend ist zu sagen, daß Citizen mit der Promaster Automatic eine in jeder Hinsicht perfekte Uhr im Programm hat. Ein hauseigenes Werk, ein perfekt verarbeitetes Gehäuse, eine höchst praxisgerechte Ausstattung, und all das zu einem Preis, der jedem Schweizer Hersteller Tränen in die Augen treibt - das soll Citizen erstmal jemand nachmachen.

Update Spätsommer 1999

Die Ganggenauigkeit driftet nun ein wenig ins Minus, die Promaster wurde deswegen reguliert.

Update Frühjahr 2001

Der eher starke Vorgang von +6,5 Sekunden pro Tag kommt genau von dieser Regulierung vor eineinhalb Jahren - auf eine weitere Justierung wurde verzichtet, da bei jedem Öffnen des Gehäuses die Gefahr besteht, daß die Wasserdichtigkeit leiden könnte.

Update Sommer 2002

Mit +3,4 Sekunden pro Tag läuft die Promaster wieder von selbst im Chronometerbereich!

Update Sommer 2003

Das Original-Kautschukarmband bekam, möglicherweise durch nicht optimale Lagerung (sonnenbedingte Temperaturschwankungen), einen Riß, der durch das Aushärten des Kautschuks entstand. Ein optisch identisches Kautschukarband, das lediglich einen anderen Aufdruck besitzt, wurde angeschafft und seitdem verwendet. Obwohl es heute (Stand 2013) schon wesentlich älter ist, als das seinerzeitige Originalband, zeigt es noch keinerlei Alterserscheinungen, kein Aushärten und insbesondere auch keine Risse.

Die Ganggenauigkeit beim Tragen beträgt sensationelle +0,8 Sekunden pro Tag, gemessen über einen Zeitraum von rund zwei Wochen.

Update Sommer 2004

Die Ganggenauigkeit wird immer besser: Der Vorgang beträgt im Schnitt nur noch lächerliche +0,73 Sekunden pro Tag (gemessen über zwei Wochen).

Update Sommer 2006

Das Ganggenauigkeitsmaximum ist erreicht, innerhalb des Testzeitraums von zwei Wochen ist nicht eine einzige Sekunde Vor- oder Nachgang zu verzeichnen, also +- 0,0 Sekunden pro Tag!

Update Sommer 2007

Nach sieben Jahren ist erstmal eine Regulierung notwendig da die Promaster etliche Sekunden im Minus lief. Da jeder Öffnungsvorgang des Gehäuses ein Risiko für die Wasserdichtheit darstellt, beließ ich es bei einem einmaligen Nachregulieren, das jetzt zwar für einen recht großen Vorgang (über 10 Sekunden pro Tag) sorgt, mir aber deutlich lieber ist, als ein Nachgang, oder eine nicht wasserdichte Uhr. Wasserdicht ist sie jedenfalls definitiv noch, davon konnte ich mich in unzähligen Freibadbesuchen überzeugen.

Update Sommer 2010

+2,0 Sekunden pro Tag sind wieder ein absolut glänzender Wert für die Promaster!

Update Sommer 2011

Mit im Schnitt +12,3 Sekunden pro Tag, gemittelt über zwei Wochen, wurde der bis dato schlechteste Wert der Testreihe erreicht. Objektiv gesehen läuft sie nur doppelt so schnell, wie es die Chronometernorm im Maximum erlauben würde, aber wie wir ja aus der Vergangenheit wissen, geht das deutlich besser. Möglicherweise war die Einlaufphase heuer zu kurz.

Update Sommer 2012

Im Schnitt läuft sie wieder mit sehr guten +4,9 Sekunden pro Tag (wie immer gemittelt über zwei Wochen) und läßt damit jeden zehnmal so teueren Chronometer alt aussehen. 

Update Sommer 2013:

Die Ganggenauigkeit am Handgelenk beträgt aktuell gute +6,5 Sekunden pro Tag, gemessen über einen Zeitraum von gut zwei Wochen, wobei auch diesmal wieder die ersten Tage ein leichtes Einlaufen zu beobachten war, d.h. in den ersten Tagen lief sie minimal schneller. 
Zwischen liegenden und hängenden Positionen sind die Gangabweichungen relativ groß, getragen am Handgelenk gleicht sich das aber wieder aus.

Auf der Zeitwaage ergibt sich folgendes Bild:

 Krone rechts Krone oben Krone links Krone unten 
Zifferblatt oben Zifferblatt unten 

vertikale Lagen
12 oben  -30 Sekunden/Tag
3 oben  -10 Sekunden/Tag
6 oben  -15 Sekunden/Tag
9 oben  -30 Sekunden/Tag
horizontale Lagen
Zifferblatt unten  +8 Sekunden/Tag
Zifferblatt oben  +8 Sekunden/Tag
Meßwerte auf der Zeitwaage

Wie man sieht, läuft sie in den vertikalen Lagen deutlich im Minus, aber in der Praxis, also am Handgelenk, spielt dies fast keine Rolle. Ein Regulieren, das immer mit dem Risiko einer anschließend nicht mehr gegebenen Wasserdichte einhergeht, ist daher unnötig, insbesondere, weil durch das nächtliche Ablegen in vertikalen Lagen (v.a. 12 oben und 9 oben) der Vor- und Nachgang ideal ausgeglichen werden kann.

Etwas, was schon sehr früh, in den ersten Jahren, aufgetreten ist, ist, daß sich die Leuchtmassen auf Zeigern und auf dem Zifferblatt unterschiedlich entwickelt haben. Während die Zeiger mehr oder weniger die ganze Nacht lang hell nachleuchten, wird das Zifferblatt schon nach kurzer Zeit dunkel und leuchtet so gut wie gar nicht mehr nach:

Leuchtmasse nach längerer ZeitLeuchtmasse nach längerer Zeit

Leuchtmasse nach wenigen MinutenLeuchtmasse nach wenigen Minuten

 

Update Sommer 2014:

Die Ganggenauigkeit liegt bei +9,1 Sekunden pro Tag, über einen Zeitraum von zwei Wochen.

Update Sommer 2015:

Der durchschnittliche Gang beträgt jetzt -3,4 Sekunden pro Tag, gemittelt über zwei Wochen. Am Anfang der Testperiode war noch ein deutlicher Vorgang von bis zu 20 Sekunden pro Tag zu verzeichnen, gegen Ende ein deutlicher Nachgang.

Update Sommer 2016:

Der durchschnittliche Gang beträgt aktuell +14,8 Sekunden pro Tag, gemittelt über zwei Wochen, wobei gegen Ende der Testperiode ein leichter Abbau des Vorgangs zu verzeichnen ist.