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Seiko 7S26A

 

Seiko 7S26ASeiko 7S26A

Beschreibung

1996 brachte Seiko den Nachfolger des höchst erfolgreichen Kalibers 7009 heraus - das Kaliber Seiko 7S26A.

Technisch gesehen war es keine echte Neuentwicklung, mehr eine Evolution, vor allem aber wurde die Produktion nochmals rationalisiert.

GrundplatineGrundplatine

Schon die Grundplatine des 12-linigen Werks zeigt, daß es sich hier nicht um haute horlogerie handelt, sondern um ein durch und durch zweckmäßig konstruiertes, kostengüstiges und langlebiges Werk.

Alle Lager, mit Ausnahme des Federhauses, besitzen natürlich Lagersteine. Das kommt sowohl der Genauigkeit, als auch der Haltbarkeit des Werks zugute. Die Kronenschaltung befindet sich beim 7S26 nicht auf der Zifferblattseite, sondern auf der Werksseite. Sie ist, wie man hier schön sehen kann, sehr pragmatisch ausgeführt, also eher unästhetisch, dafür aber funktionssicher und langlebig. Typisch für Seiko ist, daß sie zwar drei Positionen besitzt, aber auf einen Handaufzug verzichtet wird. In Stellung 2 können Datum und Wochentag schnell korrigiert werden und in Stellung 3 die Uhrzeit, allerdings ohne Sekundenstop.

Grundplatine mit MinutenradGrundplatine mit Minutenrad

Der Werksaufbau ist kompromißlos klassisch, es gibt ein zentrales Minutenrad in massiver Ausführung, welches direkt vom Federhaus angetrieben wird. Eigentlich sind solche Konstruktionen schon seit den 60er Jahren nicht mehr wirklich zeitgemäß, aber wer Wert auf Langlebigkeit legt, ist mit diesem klassichen Aufbau bestens bedient.

RäderwerkRäderwerk

Folgerichtig ist das Räderwerk selber auch eine klassische Konstruktion, mit direkt angetriebener Zentralsekunde. Die Ausführung der Räder ist eindeutig mehr in Richtung Haltbarkeit und preisgünstige Fertigung ausgerichtet, als auf Schönheit.

Seitenansicht des RäderwerksSeitenansicht des Räderwerks 

Die Ringunruh des 7S26 besitzt zwei taillierte Schenkel und ist in zwei hauseigenen länglichen Diashock-Stoßsicherungen gelagert. Sie schlägt mit zeitgemäßen 21600 Halbschwingungen pro Stunde und reguliert ein schweizer Palettenankerwerk.

Innenseite des RäderwerksplatineInnenseite des Räderwerksplatine

Interessant ist, daß bei diesem Werk Ankerrad und Kleinbodenrad mit Decksteinen ausgestattet sind, die in Diafix-Stoßsicherungen gelagert sind. Das stellt technisch das Optimum dar, da die Räder nicht nur stoßgesichert sind, sondern vor allem auch eine ideale Ölhaltung und gleichzeitig Schutz gegenüber Umwelteinflüssen besitzen. Auch hier wieder volle Punktzahl in Hinblick auf Langlebigkeit.

Auf der Innenseite der Räderwerksbrücke erkennt man auch die Lagerung des Übertragungsrads der Automatic. Dessen sehr lange Achse reicht bis in das Rubin-Lager auf der Grundplatine.

Seiko 7S26A ohne RotorSeiko 7S26A ohne Rotor

Wie meist bei Seiko, so kommt auch hier der "Magic Lever", also der Exzenteraufzug zur Anwendung. Die Lagerung der Exzentergabel befindet sich hierbei auf der Unterseite des Übertragungsrads, welches vom Rotor in beide Richtungen gedreht wird. Die beiden Klinken am Ende der Gabel greifen gleichzeitig in das Reduktionsrad ein. Dessen Sägezahnschliff sorgt dafür, daß egal, ob sie nach oben oder unten bewegt werden, immer eine Klinke im Eingriff ist, während die andere durchrutscht. Das Reduktionsrad dreht sich dadurch immer in dieselbe Richtung, nämlich im Gegenuhrzeigersinn. 

Da das 7S26A keinen Handaufzug bietet, wurde die Sperrrad-Schraube verstärkt, so daß man das Werk mit Hilfe eines Schraubenziehers aufziehen kann.

Das Gesperr ist wieder sehr einfach, aber effizient ausgeführt, eine einfache Blattfeder greift in das Sperrad ein.

leere Zifferblattseiteleere Zifferblattseite

Auf der leeren Zifferblattseite erkennt man schön die eingepreßten Pfeiler, die werksseitig die Schrauben der Brücken halten. Außerdem erkennt man die Vorbereitungen für den Kalendermechanismus.

DatumsmechanismusDatumsmechanismus

Der Datumsmechanismus, der vom Stundenrad angetrieben wird, besteht aus einem Plastik-Übertragungsrad und aus einem Plastik-Schaltrad mit zwei Schaltklinken, die sowohl den Datumsring, als auch die zweisprachige Wochentagsscheibe weiterschalten. Um 22 Uhr beginnt das Datum, langsam weiterzuschalten, ab Mitternacht schaltet dann bis 4 Uhr der Wochentag zwei Positionen (da zweisprachig) weiter. Eine Schnellkorrektur ist in der mittleren Kronenraste möglich: Ein Drehen der Krone im Uhrzeigersinn schaltet das Datum, im Gegenuhrzeigersinn den Wochentag um eine Position weiter. Bei letzterem kann so auch die Sprache der Wochentagsanzeige gewechselt werden.

Datumsmechanismus mit erster AbdeckungDatumsmechanismus mit erster Abdeckung

Die Abdeckplatte besitzt eine integrierte Feder, mit der der Plastik-Datumsring sicher in Position gehalten wird.

Bei 4 Uhr kann man die beiden Plastikräder der Kalender-Schnellverstellung erkennen. Das rechte Rad ist fliegend gelagert und greift je nach Drehrichtung in die Verzahnung des Datumsrings oder in das weiße Übertragungsrad ein, welches mit der Wochentagsscheibe in Verbindung steht. 

Datumsmechanismus ohne WochentagDatumsmechanismus ohne Wochentag 

Die Datums-Schnellverstellung wird über ein vernietetes Rad angetrieben, das auf der Innenseite der zweiten (oberen) Abdeckplatte sitzt und in das fliegend gelagerte Korrekturrad eingreift. Die obere Abdeckplatte besitzt auch wieder eine Feder, die in diesem Fall die Wochentagsscheibe in Position hält, indem sie in die 14-teilige Verzahnung auf der Unterseite der Wochentagsscheibe eingreift.

Seiko 7S26A: ZifferblattseiteSeiko 7S26A: Zifferblattseite

Beim Seiko 7S26A wird das Zifferblatt nicht mehr von der Werksplatine gehalten, sondern vom (hier nicht gezeigten) Plastik-Werkhaltering, der das Werk umschließt. Bei 1:30 und 7:30 besitzt dieser Werkhaltering zwei Buchsen, in die die Zifferblattfüße einfach gesteckt werden.  

 

 

 

 Technische Daten

HerstellerSeiko
Kaliber7S26A
Anzahl Steine21
HemmungSteinanker
UnruhNickel
Stoßsicherung(en)Diashock (Seiko)
Richtung UnruhklobenGegenuhrzeigersinn
Spiralklötzchenträgerbeweglich
RegulierorganSpiralschlüssel
WerksaufbauAnker
Hemmungsrad, Sekundenrad, Kleinbodenrad
Minutenrad
Federhaus
BauweiseMassivbau
AufzugstypKupplungsaufzug
Winkelhebelfeder1 Löcher
AusstattungSCD,QG,JG,RDR,AUT
FunktionenStunde, Minute, Sekunde, Tag, Wochentag, Automatik-Aufzug
Maße12''' (gemessen: 26,8 mm)
Produktionszeitraum1996 -
Inventarnummer 17046
Seiko 7S26ASeikoSeiko7S26A1996 - 12'''Seiko 7S26A21 Jewels, 12''', SCD,QG,JG,RDR,AUT
Datenblatt

 

 

 

Im Labor

Das hier gezeigte Exemplar kam als loses Werk mit leichtem Wasserschaden und defektem Magic Lever ins Labor, beim weiteren Zerlegen zeigte sich, daß vor allem die zahlreichen Plastikteile recht empfindlich sind, vor allem die der Datumsschaltung. Da die ganze Konstruktion aber kompromißlos auf Langlebigkeit ausgelegt ist (sofern keine manuellen Eingriffe erfolgen, wie sie hier der Fall waren), kann man davon ausgehen, daß dieses Werk ohne Probleme zehn oder gar zwanzig Jahre durchhält. Eine Revision lohnt sich danach meist nicht, da der Restwert nach dieser Zeit in keinem Verhältnis zum Revisionsaufwand steht. 

 

 

 

Zeitwaagen-Ergebnis

Bevor das Werk auf die Zeitwaage kam, wurde es noch ein wenig justiert, da es recht stark im Minus lief. Die anschließenden Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen, vor allem vor dem Hintergrund, daß das Werk in keinem Top-Zustand mehr war:

vertikale Lagen
PositionGangAbfallfehler Amplitude
12 oben  +3 Sek./Tag  0.0 ms  175 °
3 oben  0 Sek./Tag  0.1 ms  168.6O °
6 oben   Sek./Tag   ms   °
9 oben  +8 Sek./Tag  0.5 ms  169 °
horizontale Lagen
PositionGangAbfallfehler Amplitude
Zifferblatt unten  +12 Sek./Tag  0.0 ms  209 °
Zifferblatt oben  +33 Sek./Tag  0.3 ms  184 °
Meßwerte auf der Zeitwaage

Anhand der, auch für Seiko-Verhältnisse niedrigen Amplitude läßt sich der Revisionsstau gut erkennen, andererseits kann man sich gut vorstellen, welches Potential in diesem Werk steckt. Es wird zwar keine Chronometer-Werte bringen, aber viel schlechter wäre es auch nicht.

 

 

Anwendungsgalerie

Seiko Herrenuhr Modell 0364  (ohne Gehäuse)Seiko Herrenuhr Modell 0364 (ohne Gehäuse)