Buren 1000

 
Buren 1000

Buren 1000

Beschreibung

Die späten 1950er Jahre markieren die Hoch-Zeit des mechanischen Uhrenbaus. Die Werke, die in dieser Zeit produziert wurden, konnten noch aus dem Vollen schöpfen, optisch wie technisch, waren aber gleichzeitig konstruktiv so fortschrittlich, dass sie auch heute noch keineswegs antiquiert wirken.

Aus dieser Zeit stammt das Buren 1000, von Dugena auch als Dugena 1000 eingeschalt, ein sehr flaches Mikrorotor-Kaliber mit 12 1/2 Linien Durchmesser.

Vor allem seine Rotvergoldung läßt es in Verbindung mit der goldfarbigen Glucydur-Schraubenunruh sehr hochwertig erscheinen.

Grundplatine

Grundplatine

Die Grundplatine verrät, dass alle wichtigen Lager mit Steinen ausgestattet sind. Minutenrad und Federhaus sind hiervon ausgenommen, da sie sich beide so langsam drehen, dass ein Rubinlager kaum noch Verbesserungen bietet.

Der voll ins Werk integrierte Automaticmechanismus muß dagegen mit nur einem Stein auskommen, hier gibt es noch Verbesserungsbedarf.

zentrales Minutenrad

zentrales Minutenrad

Ende der 50er Jahre waren die meisten Werke noch mit einem direkt angetriebenen, zentralen Minutenrad ausgestattet. Das Buren 1000 war hier keine Ausnahme.

Räderwerk

Räderwerk

Das Räderwerk folgt dem klassischen Aufbau: Das Federhaus treibt das zentrale Minutenrad direkt an, gefolgt vom Kleinbodenrad, Sekundenrad und dem filigranen Stahl-Ankerrad.

Die indirekte Zentralsekunde wird über das doppelt ausgeführte Kleinbodenrad angetrieben. Die doppelte Ausführung verhindert ein Flattern und einen unruhigen Lauf des Zentralsekunden-Zeigers.

Seitenansicht des Räderwerks

Seitenansicht des Räderwerks

Als Hemmung kommt eine schweizer Ankerhemmung zum Einsatz. Sie wird von einer Glucydur-Schraubenunruh reguliert, die in zwei Incabloc-Stoßsicherungen gelagert ist.

Die effektive Länge der Unruhspirale kann hierbei über einen langen Rückerzeiger samt Skala reguliert werden.

Räderwerk ohne Automatic

Räderwerk ohne Automatic

Das Federhaus ist unter einer vergleichsweise kleinen Brücke gelagert. Das Sperrrad wird hierbei nicht direkt vom Kronrad angetrieben, sondern über ein Schieberitzel.

Sperrrad mit Kupplung

Sperrrad mit Kupplung

Um den Handaufzug vom Automaticwerk zu entkoppeln, ist das Sperrrad des Federhauses zweistöckig ausgeführt. Das untere Rad wird vom Automaticmechanismus angetrieben, hat aber keine direkte Verbindung zum Federhauskern. Das obere Rad, das sowohl mit dem Federhauskern, als auch mit dem Schieberitzel des Handaufzugs in Verbindung steht, und in das die Sperrklinke eingreift, besitzt einen Lamellenkupplung, mit der es in eine Richtung in die drei Löcher des unteren Sperrrades eingreift, in der anderen Richtung frei läuft.

montiertes Sperrrad

montiertes Sperrrad

Das Automaticgetriebe ist ungewöhnlich komplex: Der (hier noch nicht montierte) Microrotor sitzt auf dem innersten Rad und gelangt über ein Wechselrad zum Eingriff mit einem Gleitritzel. Dieses fliegend gelagerte Gleitritzel hat die Aufgabe, je nach Drehrichtung des Rotors und des Gleitritzels, entweder das innere oder das äußere Wechselrad anzutreiben. Beide Wechselräder stehen in Verbindung, so dass am Ende immer dafür gesorgt wird, dass sich das äußere Wechselrad stets in derselben Richtung dreht.

Dieses äußere Wechselrad treibt dann noch ein Untersetzungsrad (oben bei 12 Uhr zu sehen) an, bevor dieses dann in den Eingriff mit dem unteren Sperrrad gelangt.

Werk ohne Microrotor

Werk ohne Microrotor

So spektakulär auch der Anblick der Werksseite ist, so geradezu langweilig ist der Anblick der Zifferblattseite. Dass ein Kupplungsaufzug (hier mit gebrochener und daher fehlender Winkelhebelfeder) genutzt wird, ist ebenso selbstverständlich, wie das Incabloc-Lager der Unruh.

Vom Aufzugsmechanismus sieht man nur das Lager des Gleitritzels, bei 1 Uhr, sowie das zweite Wechselrad (bei 11 Uhr).

Buren 1000: Zifferblattseite

Buren 1000: Zifferblattseite

Das Buren 1000 dürfte wohl das bekannteste Werk aus Buren sein (neben der Chronomatic-Serie, die zusammen mit Hamilton, Breitling und Heuer entwickelt wurde), insbesondere Dugena verbaute dieses Werk oft und gerne in seiner “Super Automatic”-Serie, die auch für Dugena zumindest technisch den Höhepunkt mechanischer Uhren markierte.

Ab den 60er Jahren, als die Quarzuhr am Horizont erschien, wurde ja bekannterweise überall der Rotstift gezückt, und so wurde auch dieses Werk schon relativ bald wieder aus dem Programm genommen.

Technische Daten

Hersteller:Buren
Kaliber:1000
Größe:12 1/2''' (gemessen: 28,3mm)
Höhe:4,2mm
Halbschwingungen pro Stunde:18000
Anzahl Steine:21
Hemmung:Anker
Unruh-Ausführungen: Glucydur-Schraubenunruh (zweischenklig)
Stoßsicherung(en): Incabloc
Unruhlagerung / Richtung Spirale:Uhrzeigersinn
beweglicher Spiralklötzchenträger:nein
Regulierorgan:Rückerzeiger mit langem Arm
Werksaufbau:
  • Anker
  • Ankerrad, Sekundenrad, Zentralsekundentrieb, Kleinbodenrad
  • Minutenrad
  • Federhaus
Bauweise:Massivbau
Aufzugstyp:Kupplungsaufzug
Winkelhebelfeder:2 Loch/Löcher
Ausstattung:
  • SCI (indirekte Zentralsekunde)
  • AUT (Automatikaufzug)
Referenzen: Ebauches: 1959 31
Flume: K2 114
Erwähnung in Artikeln (Jahre): 1962
Inventarnummer:21005

Anwendungsgalerie

Dugena Super Automatic Herrenuhr (ohne Gehäuse)

Dugena Super Automatic Herrenuhr (ohne Gehäuse)

Dieses Werk ist eine Spende von Mario. Ganz herzlichen Dank für die Unterstützung des Uhrwerksarchivs!

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