Beschreibung
Runde Durowe-Werke mit kleinem Durchmesser (hier 8 3/4 Linien, also knapp 2cm) waren stets Exoten im Programm der Pforzheimer UhrenRohWerke, so auch das hier vorgestellte Kaliber Durowe 322, welches aus den frühen 1950er Jahren stammt und eine sehr kompakte Bauweise bietet.
Es ist, typisch für Durowe, von guter Qualität und für die damalige Zeit modern konstruiert.
So besitzt es beispielsweise ein zentrales Minutenrad, welches aber oberhalb des Federhauses läuft. Hier kommt dann doch ein wenig die Bauweise der gedrungenen Formwerke dieser Zeit zum Vorschein.
Mit seiner direkt im Kraftfluss befindlichen Zentralsekunde, die zwischen Kleinbodenrad und Ankerrad kommt, spiegelt es in diesem Aspekt genau die Bauweise der damals sehr populär gewordenen Werke mit Zentralsekunde wider. Da die Zentralsekunde direkt angetrieben ist, gibt es keine Probleme mit Ruckeln oder Flattern des Sekundenzeigers.
Als Hemmung kommt eine schweizer Palettenankerhemmung zum Einsatz, die von einer zweischenkligen Schraubenunruh reguliert wird, welche in zwei hauseigenen Duroswing-Stoßsicherungen gelagert ist.
Sie arbeitet mit 18000 Halbschwingungen pro Stunde und wird direkt am Rückerzeiger reguliert.
Wegen der kompakten Bauweise liegen Unruh und Unruhspirale unter(!) dem Minutenrad, das Sekundenrad aber oberhalb des Unruhklobens. Dass das “Einfädeln” der Unruh unter diese Gegebenheiten keine triviale Angelegenheit ist, kann man sich gut vorstellen.
Natürlich nutzt das Durowe 322 einen Kupplungsaufzug (dessen Winkelhebelfeder beim hier gezeigten Exemplar leider gebrochen ist).
Schön zu erkennen ist die Einfassung der Duroswing-Stoßsicherung auf 6 Uhr. Man fühlt sich hier gleich an die Einfassung der Incabloc-Stoßsicherung erinnert.
Ein kleines Detail noch zum Schluß, durch die Verwendung von Decksteinen für beide Ankerrad-Lager konnte das Durowe 322 sogar mit 17 Steinen aufwarten - Anfang der 1950er Jahre nicht unbedingt selbstverständlich.
Im Labor
Zeitwaagen-Ergebnis
Das Gehäuse und auch die Gangwerte verraten, dass dieses Werk beim jahrzehntelangen Tragen nicht geschont wurde, hier hilft auch ein Service ohne Austauschteile nicht weiter.| horizontale Lagen | |||
|---|---|---|---|
| Zifferblatt oben | +137 s/Tag | 221° | 1.1ms |
| Zifferblatt unten | +114 s/Tag | 181° | 1.2ms |
| vertikale Lagen | |||
| Krone rechts (12 oben) | +26 s/Tag | 174° | 1.6ms |
| Krone oben (3 oben) | +70 s/Tag | 161° | 1.4ms |
| Krone links (6 oben) | +110 s/Tag | 167° | 1.3ms |
| Krone unten (9 oben) | +66 s/Tag | 161° | 1.4ms |
Technische Daten
| Hersteller: | DuRoWe |
| Kaliber: | 322 |
| Größe: | 8 3/4''' (gemessen: 19,5mm) |
| Halbschwingungen pro Stunde: | 18000 |
| Anzahl Steine: | 17 |
| Hemmung: | Anker |
| Unruh-Ausführungen: | Monometallische Schraubenunruh (zweischenklig) |
| Stoßsicherung(en): | Duro-Swing |
| Unruhlagerung / Richtung Spirale: | Uhrzeigersinn |
| beweglicher Spiralklötzchenträger: | nein |
| Regulierorgan: | Spiralschlüssel |
| Werksaufbau: |
|
| Bauweise: | Massivbau |
| Aufzugstyp: | Kupplungsaufzug |
| Winkelhebelfeder: | 5 Löcher |
| Befestigung Winkelhebel: | geschraubt |
| Ausstattung: |
|
| Referenzen: | Feilner: Bl.28 2141 Flume: K1 1957 30 |
| Erwähnung in Artikeln (Jahre): | 1953 - 1954 |
| Inventarnummer: | 23022 |
Weitere Werke von DuRoWe
- DuRoWe 50
- DuRoWe 55
- DuRoWe 61 / Kienzle 070/27
- DuRoWe 70
- DuRoWe 72
- DuRoWe 75 (INT)
- DuRoWe 89
- DuRoWe 202
- DuRoWe 260
- DuRoWe 270
- DuRoWe 275
- DuRoWe 410
- DuRoWe 422
- DuRoWe 435
- DuRoWe 450 / Kienzle 071/17
- DuRoWe 552
- DuRoWe 585
- DuRoWe 590/1
- DuRoWe 753
- DuRoWe 861 / Timex M67
- DuRoWe 870 / Timex M84
- DuRoWe 900 / Timex M82
- DuRoWe 1032
- DuRoWe 1055
- DuRoWe 1132
- DuRoWe 1162
- DuRoWe 1285
- DuRoWe 1977-4 (INT)
- DuRoWe 1980 (INT)
- DuRoWe 7410/2 (INT)
- DuRoWe 7420/2 (INT)
- DuRoWe 7422/2 (INT) / Dugena 2113
- DuRoWe 7522/4 (INT)
- DuRoWe 7525 (INT)






