Beschreibung
Das ETA 2410 war das erste einer ganzen Serie von “kleinen” und flachen Handaufzugswerken der ETA, das bereits die moderne Konstruktion ohne zentralem Minutenrad nutzte. Seine winzigen Maße waren ideal, um es in die damals topmodernen, besonders flachen und besonders zierlichen Damenuhren einzuschalen.
Je nach Kundenwunsch war es in unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich, von der einfachen Nickel-Schraubenunruh bis zur Top-Ausstattung mit goldfarbiger Glucydur-Schraubenunruh erhältlich.
Auch die Steinanzahl konnte variieren, wenn mehr Decksteine verlangt wurden, wurden aus den 17 Steinen dann 21 Steine.
Die Konstruktion des Räderwerks war seinerzeit, um 1960, revoutionär, verzichtete sie doch auf ein zentrales Minutenrad und konnte deswegen ein großes Federhaus und eine große Unruh bieten.
Das Federhaus trieb das Großbodenrad an, gefolgt vom Kleinbodenrad, Sekundenrad und Ankerrad.
Zifferblattseitig wurde das Zeigerwerk durch das Trieb des Kleinbodenrads antrieben, welches auf das mit einer Rutschkupplung versehene Minutenrad einwirkte.
Die Unruh war damals schon stoßgesichert, in der Regel mit einer Incabloc-Stoßsicherung, sie arbeitete aber noch mit gemächlichen 18.000 Halbschwingungen pro Stunde, die je nach Ausstattung direkt am Spiralschlüssel oder mit Hilfe eines langen Rückerzeigers justiert wurden.
Der Abfallfehler war damals noch nicht einfach einzustellen, da das ETA 2410 noch ohne beweglichen Spiralklötzchenträger auskam.
Auf der noch leeren Zifferblattseite sieht man den Kupplungsaufzug und bei 8:30 Uhr nahe der Mitte das Trieb des Kleinbodenrads. In dieses greift, wie im nächsten Bild zu sehen, das Minutenrad ein.
Auf diesem Minutenrad ist mit einer Rutschkupplung versehen, das Viertelrohr montiert, welches den Minutenzeiger trägt und auch mit dem Wechselrad in Verbindung steht.
Das ETA 2410 wurde nach Kundenwunsch auch in unterschiedlichen Farben ausgeliefert, meist in Stahl, aber auch Rotgold war möglich, was dem Werk dann eine besonders edle Anmutung gab.
Ein Trick, um die Höhe des Werks noch ein wenig zu minimieren ist, den Rand der Zifferblattseite abzuschrägen.
Da das Großbodenrad aber unter dem Federhaus läuft, wäre für dieses die Höhe zu niedrig, daher besitzt das
Werk an der Stelle des Großbodenrades eine Aussparung, durch die das Rad zu sehen ist.
Im Labor
Zeitwaagen-Ergebnis
Für ein so winziges Handaufzugswerk sind die Werte wirklich beeindruckend!| horizontale Lagen | |||
|---|---|---|---|
| Zifferblatt oben | +2 s/Tag | 246° | 0.6ms |
| Zifferblatt unten | +1 s/Tag | 290° | 0.7ms |
| vertikale Lagen | |||
| Krone rechts (12 oben) | +5 s/Tag | 215° | 0.4ms |
| Krone oben (3 oben) | +-0 s/Tag | 206° | 1.0ms |
| Krone links (6 oben) | -14 s/Tag | 201° | 1.4ms |
| Krone unten (9 oben) | +-0 s/Tag | 212° | 0.7ms |
Technische Daten
| Hersteller: | ETA |
| Kaliber: | 2410 |
| Basiskaliber: | ETA 2410 |
| Größe: | 6 3/4''' (gemessen: 15,2mm) |
| Höhe: | 3,40mm |
| Halbschwingungen pro Stunde: | 18000 |
| Hebewinkel: | 51° |
| Anzahl Steine: | 17/21 |
| Hemmung: | Anker |
| Unruh-Ausführungen: | Glucydur-Schraubenunruh (zweischenklig) Monometallische Schraubenunruh (zweischenklig) |
| Stoßsicherung(en): | Incabloc |
| Unruhlagerung / Richtung Spirale: | Uhrzeigersinn |
| beweglicher Spiralklötzchenträger: | nein |
| Regulierorgan: | Rückerzeiger mit langem Arm / Spiralschlüssel |
| Werksaufbau: |
|
| Aufzugstyp: | Kupplungsaufzug |
| Winkelhebelfeder: | 2 Löcher |
| Befestigung Winkelhebel: | geschraubt |
| Referenzen: | Feilner: Bl. 62 6201 Flume: 1962 2 |
| Erwähnung in Artikeln (Jahre): | 1963 - 1964 |
| Inventarnummer: | 24016 |
Anwendungsgalerie

BWC Damenuhr

Blumus De Luxe Damenuhr (Gehäuse fehlt)

Exquisit Damenuhr (Gehäuse fehlt)

Cito Damenuhr (Gehäuse fehlt)








