IWC 431

 
IWC 431

IWC 431

Beschreibung

In den 1950er Jahren war es en vogue, daß Damenuhren möglichst klein, gerade zu winzig waren. Aus genau dieser Zeit stammt das sehr kleine (4 3/4 Linien breite = 11,6 x 14,9mm) Formwerk IWC 431.

Grundplatine

Grundplatine

Die Grundplatine dieses Formwerks zeigt, daß sowohl der Unruhreif, als auch das Federhaus den größtmöglichen, zur Verfügung stehenden Platz bekamen, trotzdem wird gerade im Bereich neben dem Federhaus relativ viel Platz verschenkt.

Räderwerk

Räderwerk

Alle schnelldrehenden Räder (also Ankerrad, Sekundenrad und Kleinbodenrad) sind steingelagert, ebenso die große goldfarbige Glucydur-Schraubenunruh. Letztere schwingt mit für die damalige Zeit schon fast als schnell zu bezeichnenden 19800 Halbschwingungen pro Stunde und ist in zwei Incabloc-Stoßsicherungen gelagert.

Seitenansicht des Räderwerks

Seitenansicht des Räderwerks

Die Räder sind von sehr hoher Qualität, und auch der Rest des Werks ist mit seinen Perlierungen und Schliffen eine Augenweide!

Verzahnung Aufzug

Verzahnung Aufzug

Das Besondere bei diesem Werk ist, daß das Kronrad des Aufzugs nicht direkt in das Sperrrad eingreift, sondern erst über zwei Wechselräder, das erste davon mit Schrägverzahnung. Warum dies so gemacht wurde, und nicht, wie üblich, ein größeres Kronrad verwendet wurde, das direkt in das Sperrad eingreifen kann, ist nicht bekannt.

Detail: Sperrfeder

Detail: Sperrfeder

Die Ausführung des Gesperrs ist recht interessant: Es befindet sich komplett unter dem Sperrad und besteht aus der Sperrklinke mit Kugelgelenk und einer runden Drahtfeder, die die Sperrklinke in Position hält. Eine platzsparende und preiswert zu fertigende Vorrichtung, die dennoch effizient arbeitet.

IWC 431 Zifferblattseite

IWC 431 Zifferblattseite

Die Zifferblattseite bietet mit ihrer Perlierung und der IWC-Punze einen wunderschönen Anblick. Man erkennt hier auch sehr schön die Schrägverzahnung des Kupplungsrades. Nur wenige hochwertige Werke bieten diese an!

Im Labor

Das vorliegende Werk wurde mit recht hoher Wahrscheinlichkeit aus einer Golduhr ausgeschalt, deren Gehäuse der Goldschmelze zum Opfer fiel. Da das Werk noch lief, wurde auf einen Service verzichtet.

Dennoch ist das Werk inzwischen technisch in recht bescheidenem Zustand, auf der Zeitwaage wurden Gangergebnisse erziehlt, die defintiv nicht repräsentativ für diese hochwertige Werk sind und daher nicht veröffentlicht werden.

Technische Daten

Hersteller:IWC
Kaliber:431
Größe:4 3/4''' (gemessen: 11,6 x 14,9mm)
Halbschwingungen pro Stunde:19800
Anzahl Steine:17
Hemmung:Anker
Unruh-Ausführungen: Glucydur-Schraubenunruh
Stoßsicherung(en): Incabloc
Unruhlagerung / Richtung Spirale:Gegenuhrzeigersinn
beweglicher Spiralklötzchenträger:nein
Regulierorgan:Rückerzeiger mit langem Arm
Werksaufbau:
  • Anker
  • Ankerrad, Sekundenrad
  • Kleinbodenrad, Minutenrad, Federhaus
Bauweise:Massivbau
Aufzugstyp:Kupplungsaufzug
Winkelhebelfeder:3 Loch/Löcher
Referenzen: Flume: K2 -
Inventarnummer:17007

Anwendungsgalerie

IWC Damenuhr  (BJ 1955, ohne Gehäuse)

IWC Damenuhr (BJ 1955, ohne Gehäuse)