Beschreibung
Ein Roskopf-Taschenuhrwerk - das ist für Junghans-Verhältnisse recht ungewöhnlich. Das Kaliber Junghans J24, Nachfolger der Kaliberserie Junghans J38, sollte die robuste Alternative für diejenigen darstellen, deren harte Arbeit die Nutzung einer Armbanduhr unmöglich machte, die aber nicht auf eine moderne und genaue Uhr verzichten wollten.
Auch wenn an Lagersteinen gespart wurde, war doch die Verarbeitung dieses Werks tadellos.
Wie bei Roskopf-Werken üblich, gibt es kein zentrales Minutenrad, weil das Zeigerwerk von einem, per Rutschkupplung auf dem Federhaus montierten Rad zifferblattseitig angetrieben wird.
Das Federhaus selber überstreicht werksseitig die Mitte des Werks bei weitem.
Werksseitig treibt das Federhaus das Großbodenrad an, gefolgt vom Kleinbodenrad, Sekundenrad und Ankerrad. Anders als bei reinrassigen Roskopfwerken sind hier vier Räder im Spiel, weswegen sich auch Sekundenrad (auf 6 Uhr) und Ankerrad in der gewohnten Richtung drehen, so, wie es bei einem konventionellen Ankerwerk üblich ist.
Als Hemmung kommt daher auch eine ganz normale schweizer Palettenankerhemmung zum Einsatz.
Die Ringunruh ist bereits stoßgesichert und arbeitet mit zeitgemäßen 18.000 Halbschwingungen pro Stunde. Es gibt sogar einen langen Rückerzeiger, mit dem die effektive Länge der Spirale justiert werden kann.
Der Unruhkloben ist nicht mehr massiv, sondern gestanzt, ein Zugeständnis an eine etwas preiswertere Herstellungsweise. Dafür besitzt die Unruh aber immer noch eine Rubin-Ellipse.
Auf der Zifferblattseite läßt sich rechts sehr schön das Antriebsrad des Federhauses sehen, in das später das Minutenrohr eingreift.
Die Junghans-Stoßsicherung der Unruh und die sichtbaren, tiefroten Ankerpaletten lassen selbst dieses eher einfache Werk hochwertig erscheinen.
Besonders ist auch der Kupplungsaufzug, der mit einer zwar einfachen, aber sehr effektiven Federwippe ausgestattet ist.
Anders als bei einem reinrassigen Roskopf-Werk wird nur das Minutenrohr über das Federhaus angetrieben, das Stundenrad (hier abgenommen) wird wie bei “normalen” Werken über ein Wechselrad, das mit dem Minutenrohr in Verbindung steht, angetrieben.
Im Labor
Zeitwaagen-Ergebnis
Auch wenn das Werk in den hängenden Lagen schwierig zu regulieren war, können sich die Gangwerte auf der Zeitwaage für ein Roskopf-Werk durchaus sehen lassen.| horizontale Lagen | |||
|---|---|---|---|
| Zifferblatt oben | +-0 s/Tag | 291° | 0.1ms |
| Zifferblatt unten | +-0 s/Tag | 284° | 0.1ms |
| vertikale Lagen | |||
| Krone rechts (12 oben) | -20 s/Tag | 257° | 0.1ms |
| Krone oben (3 oben) | -5 s/Tag | 259° | 0.1ms |
| Krone links (6 oben) | +1 s/Tag | 258° | 0.1ms |
| Krone unten (9 oben) | -15 s/Tag | 257° | 0.1ms |
Technische Daten
| Hersteller: | Junghans |
| Kaliber: | J24 |
| Größe: | 18 1/2''' (gemessen: 42,1mm) |
| Höhe: | 5,5mm |
| Halbschwingungen pro Stunde: | 18000 |
| Hebewinkel: | 48° |
| Anzahl Steine: | 7 |
| Hemmung: | Anker |
| Unruh-Ausführungen: | Monometallische Ringunruh (zweischenklig) |
| Stoßsicherung(en): | Junghans |
| Unruhlagerung / Richtung Spirale: | Uhrzeigersinn |
| beweglicher Spiralklötzchenträger: | nein |
| Regulierorgan: | Rückerzeiger mit langem Arm |
| Werksaufbau: |
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| Bauweise: | Pfeilerbauweise |
| Aufzugstyp: | Kupplungsaufzug |
| Winkelhebelfeder: | 1 Loch |
| Befestigung Winkelhebel: | geschraubt |
| Ausstattung: |
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| Produktionszeitraum: | 1953 - 1958 |
| Referenzen: | Flume: K1 1957 - |
| Inventarnummer: | 24045 |








