Beschreibung
Klein aber fein ist das Ricoh 259, ein japanisches Damenuhrenwerk mit nur 7 3/4 Linien (17,2mm) Durchmesser.
Wann genau es produziert wurde, ist nicht mehr zu ermitteln, aber anhand des Designs der Uhr, in der es verbaut ist, dürften es die 1970er Jahre sein.
Die Verarbeitung des Werks ist tadellos, alle wichtigen Räder, selbst das langsam laufende zentrale Minutenrad, sind steingelagert, ebenso wie Teile des einfachen, aber sehr effektive Automaticmechanismus'.
Der traditionelle Werksaufbau besitzt ein zentral gelagertes Minutenrad, das vom Federhaus direkt angetrieben wird.
Das Ricoh 259 besitzt weiterhin ein Kleinbodenrad, das vom Minutenrad angetrieben wird, gefolgt vom Zentralsekundenrad und dem Ankerrad.
Als Hemmung kommt eine schweizer Palettenankerhemmung zum Einsatz.
Für den Aufzug wird ein fliegend gelagertes Wechselrad (bei 10 Uhr) genutzt, das beim automatischen Aufzug das Kronrad entkoppelt. Ein traditionelles Gesperr gibt es bei diesem Werk nicht!
Etwas ungewöhnlich für japanische Werke ist, dass die goldfarbige, zweischenklige Ringunruh in einem Paar Incabloc-Stoßsicherungen gelagert ist. Normalerweise nutzen japanische Werke hauseigene Stoßsicherungen.
Die Unruh arbeitet bereits halbschnell mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde, die nur direkt am Spiralschlüssel justiert werden können. Einen beweglichen Spiralklötzchenträger gibt es nicht.
Das Kronrad befindet sich auf der Innenseite der Räderwerksbrücke. Diese ist wegen des fliegenden Übertragungsrads und des nur achsengelagerten Kronrads (das folglich nach unten fallen möchte) schwierig zu montieren.
Der Automaticmechanismus ist auf der Oberseite der Räderwerksbrücke montiert; das Reduktionsrad, welches in das Sperrrad des Federhauses eingreift, ist auf dem Boden der Grundplatine gelagert.
Mit zwei Rollenwechselrädern und einem Reduktionsrad ist der Automaticmechanismus recht einfach ausgeführt. Die Unterseite der Wechselräder steht in beidseitigen Eingriff, die Oberseite steht im Eingriff mit dem Rotor.
Je nach Drehrichtung des Rotors befindet sich einer der beiden Rollenwechsler im Eingriff mit dem Reduktionsrad, der andere ist im Freilauf.
Wir haben es hier also mit einem mechanischen Gleichrichter zu tun, der sogar ohne Federn und Gesperr auskommt!
Wie man sieht, ist der Rotor achsengelagert.
Er besteht aus einem halbkreisförmigen Schwermetallbogen und eine leichten Metallplatte, die leicht federnd ausgeführt und mit dem Schwermetallbogen vernietet ist, und das Trieb besitzt, das mit den oben aufgeführten Wechselrädern im Eingriff steht.
Die leere Zifferblattseite sieht noch harmlos aus, man sieht hier schön den Kupplungsaufzug, und auch bereits die Vorbereitungen für den Datumskorrekturmechanismus (rechts oben bei 1 Uhr).
Nicht abgedeckt steht der Datumsmechanismus unter Spannung, was eine Montage fast unmöglich macht. Vor allem der nur horizontal, und das auch nur halb, gelagerte Federhebel zum Einrasten der Datumsscheibe bringt den Uhrmacher zum Wahnsinn!
Mit montierter Abdeckung des Datumsmechanismus macht das Rihoh 259 fast schon normalen Eindruck, der nicht ahnen läßt, wieviel Mühe für die Montage nötig war.
Technische Daten
| Hersteller: | Ricoh |
| Kaliber: | 259 |
| Größe: | 7 3/4''' (gemessen: 17,2mm) |
| Halbschwingungen pro Stunde: | 21600 |
| Anzahl Steine: | 17 |
| Hemmung: | Anker |
| Unruh-Ausführungen: | Monometallische Ringunruh (zweischenklig) |
| Stoßsicherung(en): | Incabloc |
| Unruhlagerung / Richtung Spirale: | Gegenuhrzeigersinn |
| beweglicher Spiralklötzchenträger: | nein |
| Regulierorgan: | Spiralschlüssel |
| Werksaufbau: |
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| Bauweise: | Massivbau |
| Aufzugstyp: | Kupplungsaufzug |
| Winkelhebelfeder: | 2 Löcher |
| Befestigung Winkelhebel: | gesteckt |
| Ausstattung: |
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| Inventarnummer: | 24062 |














