UMF 54-32 (M 44)

 
UMF 54-32 (M 44) | Das Uhrwerksarchiv

UMF 54-32 (M 44)

Beschreibung

1938 lancierte die Gebrüder Thiel GmbH in Ruhla das Kaliber “Start”, ein einfaches steinloses Stiftankerwerk, das bis in die 60er Jahre gebaut wurde. Dessen Weiterentwicklung wurde 1950 das Kaliber “Chronos”, welches nun eine indirekte Zentralsekunde besaß und von Anfang an mit einer Unruhbrücke ausgestattet war.

Die letzte, achte, Version, die 1959 auf den Markt kam, bekam die offizielle Bezeichnung “UMF M 44” und wurde bis 1963 gebaut. Das hier gezeigte Exemplar datiert von der 26. Kalenderwoche 1962. Ab 1964 wurde (auch für nicht mehr produzierte Werke) die Bezeichnung geändert auf “UMF 54-32”.

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UMF 54-32 (M 44): Grundplatine

Grundplatine

Die Messing-Grundplatine ist gestanzt und mit einem Punktmuster “dekoriert”. Die obere Werkplatine ist auf drei Pfeilern gelagert.

Sehr schön ist hier das einfache Gesperr, welches zifferblattseitig wirkt, zu sehen, es besteht lediglich aus einem einzigen Bauelement, einer gestanzten Sperrfeder, die in das Sperrrad des Federhauses eingreift.

UMF 54-32 (M 44): Räderwerk

Räderwerk

Der Aufbau des UMF 44 ist einfach und geradlinig: Federhaus (auf “11:30”), direkt angetriebenes Minutenrad, Kleinbodenrad, Sekundenrad und Ankerrad. Letzteres wird von einem Stiftanker reguliert. Eine Besonderheit ist, daß die Ringunruh, die weder stoßgesichert, noch steingelagert ist, und in zwei Körnerlagern läuft, sich unter einer Unruhbrücke befindet. Bei späteren Werken, wie dem berühmten Kaliber 24, wurde wieder auf einen Unruhkloben zurückgegriffen.

Die indirekt angetriebene Zentralsekunde wird werksseitig vom Kleinbodenrad angetrieben.

UMF 54-32 (M 44): Seitenansicht des Räderwerks

Seitenansicht des Räderwerks

Wie alle Ruhla-Stiftankerwerke ist auch hier die Bauhöhe enorm, was insbesondere bei der Montage des Ankers eine gewisse Herausforderung darstellt und sich natürlich wegen der ungleich größeren Toleranzen nicht unbedingt positiv auf das Gangverhalten auswirkt. Andererseits sind die Triebe und Zapfen so kräftig, daß dieses Werk trotz seiner Größe ziemlich robust ist.

UMF 54-32 (M 44): UMF 54-32 (M 44) Zifferblattseite

UMF 54-32 (M 44) Zifferblattseite

Auf der Zifferblattseite sieht man das höhenverstellbare Körnerlager der Unruh bei “9”, sowie den Wippenaufzug.

Im Labor

Das vorliegende Exemplar kam verharzt in das Labor, wurde zerlegt, gereinigt, geölt und soweit möglich wieder reguliert. Auch die Unruhspirale mußte minimal justiert werden, da sie am Unruhreif schliff. Der enormen Abfallfehler, den das Werk zeigt, wurde nicht behoben, ebensowenig der leichte Höhenschlag der Unruh.

Zeitwaagen-Ergebnis


Krone rechts (12 oben)

Krone rechts (12 oben)

Krone oben (3 oben)

Krone oben (3 oben)

Krone links (6 oben)

Krone links (6 oben)

Krone unten (9 oben)

Krone unten (9 oben)

Zifferblatt oben

Zifferblatt oben

Zifferblatt unten

Zifferblatt unten


horizontale Lagen
Zifferblatt oben+25 s/Tag
Zifferblatt unten+20 s/Tag
vertikale Lagen
Krone rechts (12 oben)+30 s/Tag
Krone oben (3 oben)-150 s/Tag
Krone links (6 oben)+35 s/Tag
Krone unten (9 oben)+130 s/Tag
Zeitwaagen-Messergebnis

Technische Daten

Hersteller:UMF
Kaliber:54-32 (M 44)
Größe:12''' (gemessen: 27,0mmmm)
Halbschwingungen pro Stunde:18000
Hemmung:Stiftanker
Unruh-Ausführungen: Nickel-Ringunruh
Stoßsicherung(en): keine
Unruhlagerung / Richtung Spirale:Unruhbrücke
beweglicher Spiralklötzchenträger:nein
Regulierorgan:Rückerzeiger mit langem Arm
Werksaufbau:
  • Anker
  • Ankerrad (Hemmungsrad), Sekundenrad, Kleinbodenrad, Großbodenrad, Federhaus
  • Zentralsekundentrieb
Bauweise:Pfeilerbauweise
Aufzugstyp:Wippenaufzug
Winkelhebelfeder:1 Loch/Löcher
Ausstattung:
  • SCI (indirekte Zentralsekunde)
Produktionszeitraum:1950-1963
Referenzen: Flume: K2 -

Anwendungsgalerie

UMF 54-32 (M 44): UMF Ruhla Herrenuhr

UMF Ruhla Herrenuhr

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