GUB 75

 
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GUB 75

Beschreibung

Das GUB 75, das sogenannte “Spezimatic”-Werk der Glashütter Uhrenbetriebe, dürfte eines der erfolgreichsten und am weitesten verbreiteten Automaticwerke aus deutscher Produktion sein.

Sein Aufbau besteht, wenig wartungsfreundlich aber typisch für Glashütte, aus einer großen Dreiviertelplatine, die sämtliche Zahnräder beinhaltet, und zwar sowohl das Räderwerk der Zeitanzeige, als auch den Automaticmechanismus.

Das Zeitanzeige-Werk ist recht modern konstruiert, es besitzt bereits ein indirekt angetriebenes Minutenrad und eine indirekt angetriebene Zentralsekunde. Auf diese Weise steht mehr Platz für die recht große Glucydur-Unruh (drei Speichen, schraubenlos) und für das einseitig fliegend (unter drei Lagersteinen) gelagerte Federhaus zur Verfügung.

Die Unruh schlägt noch gemächlich mit 18000 Halbschwingungen pro Stunde, ist in zwei hauseigenen (GUB-)Stoßsicherungen gelagert und die Unruhspirale, deren Länge über eine Gabel festgestellt wird, ist fest mit dem Unruhkloben verbunden.

Detail: Federhauslagerung

Detail: Federhauslagerung

Mit nur 5,05mm Bauhöhe ist dieses Werk extrem flach. Das Federhaus kann ohne Zerlegen des Werks ennommen werden, wenn die Federhausachse zifferblattseitig entriegelt und entnommen wird.

Der Rotor ist über einen Klemmechanismus (mit guten Flugeigenschaften :-)) mit der Achse verbunden.

Werksansicht ohne Rotor

Werksansicht ohne Rotor

Das Kaliber 75 (später als 06-26 bezeichnet) wurde von 1965 bis 1980 produziert; die gesamte Spezimatic-Serie (Kaliber 74 ohne Datum und Kaliber 75) kam in Summe auf knapp drei Millionen hergestellte Werke, die unter anderem auch in “Meister-Anker”-Uhren des Quelle-Versandhauses angeboten wurde.

GUB 75 Zifferblattseite

GUB 75 Zifferblattseite

Der Datumsmechanismus liegt leider unter einer Plastikabdeckung. “Leider” deswegen, weil Plastik mit der Zeit altert, spröde wird und dann ausbricht. Auf dem Foto kann man dies am Bereich der Schrauben gut erkennen.

Datumsmechanismus

Datumsmechanismus

Eine recht geniale Lösung wird für den Schnellkorrekturmechanismus verwendet: Beim Zurückdrehen der Zeiger von 24 Uhr auf ca. 21 Uhr rutscht das Datumsrad unter dem Datumsring durch, ohne ihn zurückzudrehen. Dies wird dadurch ermöglich, daß das Datumsrad vertikal beweglich ist, also Spiel nach unten hat. Die zugehörige Feder kann man auf dem nächsten Bild erkennen:

Datumsmechanismus: Vertikalkupplung

Datumsmechanismus: Vertikalkupplung

Natürlich besitzt dieses Werk einen Kupplungsaufzug. Am linken unteren Ende der Winkelhebelbrücke kann man die Lagerung der Federhauswelle erahnen. Wenn man die Brücke und die Welle entfernt, kann das Federhaus aus dem Werk gezogen werden.

Zifferblattseite ohne Datumsmechanismus

Zifferblattseite ohne Datumsmechanismus

Technische Daten

Hersteller:GUB
Kaliber:75
Anzahl Steine:26
Hemmung:Anker
Unruh-Ausführungen: Glucydur-Ringunruh
Stoßsicherung(en): GUB (Glashütter Uhrenbetrieb)
Unruhlagerung / Richtung Spirale:Gegenuhrzeigersinn
beweglicher Spiralklötzchenträger:nein
Regulierorgan:Spiralschlüssel
Werksaufbau:
  • Anker
  • Ankerrad, Sekundenrad, Kleinbodenrad, Minutenrad, Zentralsekundentrieb, Federhaus
Aufzugstyp:Kupplungsaufzug
Winkelhebelfeder:3 Loch/Löcher
Ausstattung:SCI,QG,RDR,AUT
Funktionen:Stunde, Minute, Sekunde, Tag, Automatik-Aufzug
Halbschwingungen pro Stunde:18000
Größe:12 1/2''' (gemessen: 28,0mm)
Produktionszeitraum:1964 - 1980
Literatur: Flume: K3 -

Anwendungsgalerie

Glashütte Spezimatic Herrenuhr

Glashütte Spezimatic Herrenuhr

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Weitere Werke