Zaria 2016

 
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Zaria 2016

Beschreibung

Das Zaria 2016 ist das einzige Automaticwerk der Uhrenfabrik Penza. Es ist von mittlerer Größe (8 34 Linien) und kam Mitte der 70er Jahre auf den Markt.

Im Vergleich zu anderen russischen Automaticwerken ist es deutlich seltener anzutreffen.

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Der Aufbau dieses Werks ist, wie man im weiteren Verlauf sehen wird, deutlich aufwändiger, als bei allen vergleichbaren Werken, egal, aus welchem Land.

Komplett mit Werkhalterring

Komplett mit Werkhalterring

Eine erste Besonderheit dieses Werks ist der Durchmesser des Rotors. Er ist deutlich größer, als der Werksdurchmesser und erzwingt dadurch einen Werkhalterring, wodurch das Zaria 2016 nominell einen Mindestdurchmesser von 10 Linien (22,5mm) besitzt, was für Damenuhren damals eigentlich zu viel war.

Werksansicht ohne Rotor

Werksansicht ohne Rotor

Der Rotor ist achsengelagert und durch ein verschraubtes Halteplättchen an der Achse fixiert.

Automaticmechanismus, Räderwerk

Automaticmechanismus, Räderwerk

Der Automaticmechanismus ist als komplette Einheit auf das Basiswerk Zaria 2009 aufgesetzt.

Automaticmechanismus, Unterseite

Automaticmechanismus, Unterseite

Sämtliche Räder sind steingelagert. Es werden zwei Klinkenwechsler, sowie zwei Reduktionsräder verwendet. Das letzte Reduktionsrad greift hierbei in das obere Sperrrad ein.

Die Klinkenwechsler ermöglichen den beidseitigen Aufzug, in dem sich immer eines der beiden Räder im Freilauf befindet. Weil beide Triebe in das erste Reduktionsrad eingreifen, kann sich der Rotor in beiden Richtungen bewegen, das Reduktionsrad dagegen wird stets nur in eine Richtung gedreht.

Detail: Doppeltes Sperrrad

Detail: Doppeltes Sperrrad

Das doppelte Sperrrad sitzt auf dem Federhauskern und steht oben mit dem Reduktionsrad in Verbindung. Wenn es gedreht wird, sorgt eine Klinke im Inneren dafür, daß sich auch das untere Sperrrad entsprechend dreht.

Wird dagegen das Werk per Hand aufgezogen, also lediglich das untere Sperrrad gedreht, so wird das obere Sperrrad durch einen Freilauf abgekuppelt. Der Automaticmechanismus wird also bei Handaufzug bestmöglich gegen vorschnellen Verschleiß geschont.

Werkansicht ohne Automaticmechanismus

Werkansicht ohne Automaticmechanismus

Ohne die, mit drei Schrauben befestigte Automaticplatine, erkennt man bereits das aufwändige Basiswerk, das bereits in der obersten Ebene fünf(!) Achsen besitzt.

Die dreischenklinge Glucydur-Ringunruh ist in zwei hauseigenen Stoßsicherungen (deren dreischenklige Lagerfedern hervorragenden Flugeigenschaften besitzen) gelagert und schlägt mit gemächlichen 18000 Halbschwingungen pro Sekunde.

Natürlich ist der Spiralklötzchenträger dieses modernen Werks beweglich gelagert; die effektive Länge der Unruhspirale wird über den Rückerzeiger, an dessen brückenseitigen Ende ein winziger Skalenzeiger angedeutet ist, festgestellt.

Werksansicht ohne Unruh

Werksansicht ohne Unruh

Ankerrad und Sekundenrad sind unter der ersten Brücke, Kleinbodenrad, Großbodenrad und Zentralsekundentrieb unter der zweiten Brücke gelagert.

Ungewöhnlich ist, daß sich der Anker weder unter einem Kloben, noch unter einer Brücke befindet, sondern unter einem 360°-Käfig, der möglicherweise die vertikale Luft der Unruh bei Stößen begrenzt.

hemmungslos...

hemmungslos...

Ein ebenfalls unübliches Detail sind die beiden Kronräder. Normale Uhrwerke besitzen lediglich ein Kronrad, das auf das Sperrrad einwirkt.

Nur noch eine Brücke

Nur noch eine Brücke

Links neben dem Ankerlager (bei 3:30) erkennt man einen Lagerstein mit großem Loch. In ihm ist - man höre und staune - das Datumsrad gelagert.

Räderwerk

Räderwerk

Hier die vollständige Getriebekette in ihrer ganzen Pracht:
Vom Federhaus geht’s zum ersten Wechselrad (ohne Trieb!), dann zum Großbodenrad (mit Minutenrohr), das zifferblattseitig das Zeigerwerk antreibt, dann zum doppelten Kleinbodenrad, welches die indirekte Zentralsekunde antreibt (doppelt ausgeführt, um ein “Springen” der Zentralsekunde zu vermeiden), dann zum Sekundenrad und schlußendlich zum Ankerrad.

Klingt aufwändig - ist es auch. Sehr aufwändig sogar!

Grundplatine

Grundplatine

Das einzige nicht mit Steinen ausgestattete Lager ist das Federhaus.

Zifferblattseite ohne Datumsmechanismus

Zifferblattseite ohne Datumsmechanismus

Auf der Zifferblattseite erkennt man den Kupplungsaufzug und das Minutenrohr (bei 4 Uhr), welches über ein Wechselrad (hier noch nicht zu sehen, bei 5 Uhr) gleichzeitig Minuten- und Stundenzeiger antreibt.

Diese indirekte Antriebsart wurde vor allem von ETA-Werken seit den 50er Jahren perfektioniert und ist eigentlich auch heute noch Stand der Technik, vor allem auch, da sie besonders flache Werke ermöglicht.

Zifferblattseite, Räderwerk des Datumsmechanismus

Zifferblattseite, Räderwerk des Datumsmechanismus

Das Stundenrohr wirkt auf das (nur!) werksseitig steingelagerte Datumsrad ein. Wieso ein Rad, das gerademal alle 24 Stunden eine Umdrehung durchführt überhaupt ein Steinlager besitzt, ist zumindest physikalisch nicht zu rechtfertigen.

Zifferblattseite, Datumsmechanismus

Zifferblattseite, Datumsmechanismus

Natürlich besitzen auch die beiden Federn des Datumsmechanismus exzellente Flugeigenschaften. Ihr eigentlicher Zweck ist allerdings, dafür zu sorgen, daß der Datumsring stets definiert springt.

Datumsmechanismus, Detailansicht Datumshebel

Datumsmechanismus, Detailansicht Datumshebel

Das Datum springt schlagartig um Mitternacht eine Stelle weiter, wenn der Datumshebel, der vom Datumsrad ganz nach oben gespannt wurde, sich schlagartig entlädt.

Eine Halbschnellverstellung des Datums durch Vor- und Zurückdrehen der Uhrzeit um wenige Stunden ist ebenfalls möglich.

Zifferblattseite mit offenem Datumsmechanismus

Zifferblattseite mit offenem Datumsmechanismus

Wie die Automatikkadratur, so ist auch der Datumsmechanismus als komplette Funktionseinheit auf das Basiswerk Zaria 2009 aufgesetzt.

Zaria 2016 Zifferblattseite

Zaria 2016 Zifferblattseite

Technische Daten

Hersteller:Zaria
Kaliber:2016
Anzahl Steine:30
Hemmung:Anker
Unruh-Ausführungen: Glucydur-Ringunruh
Stoßsicherung(en): 3-schenklig russisch
Unruhlagerung / Richtung Spirale:Uhrzeigersinn
beweglicher Spiralklötzchenträger:ja
Regulierorgan:Spiralschlüssel
Werksaufbau:
  • Anker
  • Ankerrad, Sekundenrad
  • Kleinbodenrad, Zentralsekundentrieb, Großbodenrad
  • Großbodenrad
Bauweise:Massivbau
Aufzugstyp:Kupplungsaufzug
Winkelhebelfeder:3 Loch/Löcher
Ausstattung:SCI,QG,RDR,AUT
Funktionen:Stunde, Minute, Sekunde, Tag, Automatik-Aufzug
Halbschwingungen pro Stunde:18000
Größe:8 3/4''' (gemessen: 19,8mm)
Produktionszeitraum:197x

Anwendungsgalerie

Zaria Damenuhr  (ohne Gehäuse)

Zaria Damenuhr (ohne Gehäuse)

Vielen Dank an Klaus Brunnemer für die Spende dieses Werks!