Intex 1057 AUT SCD CLD

 
Intex 1057 AUT SCD CLD

Intex 1057 AUT SCD CLD

Beschreibung

Anfang der 60er Jahre brachte Intex die Kaliberserie 1057 auf den Markt, die eine breite Spanne, vom einfachen Handaufzugswerk bis zum Automaticwerk mit Kalender bot. Alles unter derselben Kalibernummer, wohlgemerkt. Zur Unterscheidung werden im Uhrenbastler-Archiv, genau wie beim Flume-Werksucher, die Indikationen mit zur Kalibernummer gezähhlt.

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Der Automaticaufsatz, eine sehr einfacher, vernietete Konstruktion, die es en Detail bei der Vorstellung des AHS 154 gibt, ist das sogenannte “Robot-Automatic”-Modul, welches einfach auf das Werk aufgesetzt wird.

Oberseite Automaticmodul

Oberseite Automaticmodul

Innenseite Automaticmodul

Innenseite Automaticmodul

Und wenn das Spannrad, das in Sperrad eingreift, keinen Platz hat, wird einfach ein Stück der Aufzugsbrücke ausgefeilt:

Ansatz Automatic

Ansatz Automatic

Ohne Automatic-Modul hat man es hier mit einem ganz normalen Handaufzugswerk zu tun, das lediglich durch zahlreiche Decksteine, die meist ohne Funktion sind, auffällt.

Die Montagelöcher für das Automatic-Modul sieht man übrigens gut bei “10 Uhr” und bei “5 Uhr”, die ausgefeilte Aussparung für das Spannrad bei “12:30 Uhr”.

Grundwerk Intex 1057 SCD ohne "Robot-Automatic"-Aufsatz

Grundwerk Intex 1057 SCD ohne "Robot-Automatic"-Aufsatz

Die Werkskonstruktion ist typisch für die frühen 60er Jahre: Die stoßgesicherte (Farr-Stoßsicherung), schraubenlose Ringunruh reguliert ein Palettenankerwerk, das mit direkt angetriebener Zentralsekunde und zweistöckigem Aufbau (unten unter einem einen Kloben das Minutenrad, oben das Sekundenrad) konstruiert wurde.

Die Schwingfrequenz der Unruh beträgt noch gemächliche 18000 Halbschwingungen pro Stunde.

Räderwerk

Räderwerk

Der zweistöckte Aufbau addiert einige Millimeter zur Werkhöhe; zusammen mit dem recht dicken Automaticmodul hat das Werk dadurch eine beträchtliche Bauhöhe.

Räderwerk, seitliche Ansicht

Räderwerk, seitliche Ansicht

Das Intex 1057 AUT SCD CLD besitzt 25 Steine, einer davon sitzt lose auf der Minutenradbrücke und dient als zifferblattseitiges Lager für das Sekundenrad:

Minutenradkloben mit aufgelegtem Zusatzstein

Minutenradkloben mit aufgelegtem Zusatzstein

Der “Streifenschliff” der Grundplatine, den man in der Form bei anderen Werken nur sehr selten findet, ist keine Verzierung, sondern die Bahnen eines Fräsers, mit denen die vertiefen Bereiche aus dem massiven Rohling herausgefräst wurden.

Grundplatine

Grundplatine

Die Decksteine dieses Werks sind in funktionslos, da sie lediglich die weit tiefer liegenden Lagersteine abdecken. Als Ölreservoir sind sie jedenfalls untauglich, aber immerhin kommt dieses doch recht einfache Automaticwerk auf dieselbe Steinzahl, wie die der Konkurrenz, nämlich auf 25 Steine.

Ansatz für Blindsteine auf der Zifferblattseite

Ansatz für Blindsteine auf der Zifferblattseite

Der Kupplungsaufzug liegt unter einer characteristisch geformten Abdeckung.

Bei “11 Uhr” erkennt man den Datumsmechanismus mit seinem beweglichen Schaltnocken, der dank der Reibung der Datumsscheibe am Stundenrohr dafür sorgt, daß die Datumsumschaltung ohne jede Feder(!) schnell, innerhalb von einer Stunde, vonstatten geht.

Datumsmechanismus

Datumsmechanismus

Auf dem folgenden Bild erkennt man die Aussparung im Datumsrad, in die der bewegliche Schaltnocken eingreift.

Detail Datumsrad mit Aussparung für schnelle Umschaltung

Detail Datumsrad mit Aussparung für schnelle Umschaltung

Da dieses Werk eine Datumsscheibe und nicht einen Datumsring nutzt, befindet sich das Datum recht weit innen am Zifferblatt und ist auch sehr klein ausgelegt.

Intex 1057 AUT SCD CLD Zifferblattseite

Intex 1057 AUT SCD CLD Zifferblattseite

Im Labor

Das vorliegende Werk kam mit starken Gebrauchsspuren und gelöstem Automaticmodul und durch die offenbar länger andauernde Ablösung metallischen Abriebe ins Labor und wurde gereinigt und geölt. Lediglich auf eine Reinigung der Unruh wurde verzichtet, da es erfahrungsgemäß dabei zu nicht zu entfernender Magnetisierung der Spirale kommt.

Der Zentralsekundenzeiger fehlte; die Achse ist im vordersten Teil abgebrochen.

Zeitwaagen-Ergebnis

Das Werk lief liegend optimal, hängend zeigte es jedoch starken Nachgang in drei und noch tragbaren Vorgang in einer Lage:
Krone rechts (12 oben)

Krone rechts (12 oben)

Krone oben (3 oben)

Krone oben (3 oben)

Krone links (6 oben)

Krone links (6 oben)

Krone unten (9 oben)

Krone unten (9 oben)

Zifferblatt oben

Zifferblatt oben

Zifferblatt unten

Zifferblatt unten


horizontale Lagen
Zifferblatt oben+-0 s/Tag
Zifferblatt unten+-0 s/Tag
vertikale Lagen
Krone rechts (12 oben)+15 s/Tag
Krone oben (3 oben)-70 s/Tag
Krone links (6 oben)-170 s/Tag
Krone unten (9 oben)-90 s/Tag
Zeitwaagen-Messergebnis

Technische Daten

Hersteller:Intex
Kaliber:1057 AUT SCD CLD
Größe:11 1/2''' (gemessen: 24,3mm / 27,2mmmm)
Halbschwingungen pro Stunde:18000
Anzahl Steine:25
Hemmung:Anker
Unruh-Ausführungen: Nickel-Ringunruh
Stoßsicherung(en): Farr II
Unruhlagerung / Richtung Spirale:Uhrzeigersinn
beweglicher Spiralklötzchenträger:nein
Regulierorgan:Spiralschlüssel
Werksaufbau:
  • Anker
  • Ankerrad, Sekundenrad, Kleinbodenrad
  • Minutenrad
  • Federhaus
Bauweise:Massivbau
Aufzugstyp:Kupplungsaufzug
Winkelhebelfeder:2 Loch/Löcher
Ausstattung:
  • SCD (direkte Zentralsekunde)
  • QG (Datum (Fenster))
  • AUT (Automatikaufzug)
Referenzen: Flume: 1962 -

Anwendungsgalerie

Anker Automatic Herrenuhr

Anker Automatic Herrenuhr