Ronda 1175

 
Ronda 1175

Ronda 1175

Beschreibung

Um 1975 brachte Ronda seine zweite Generation von Quarzwerken auf den Markt, darunter das hier vorgestellte Kaliber 1175.

Bis auf wenige Details entspricht es auch heute noch dem Stand der Technik, so daß man sagen kann, daß bei Ronda die Entwicklung der Quarzuhr bereits Mitte der 70er Jahre erfolgreich abgeschlossen war.

Grundplatine

Grundplatine

Die Grundplatine ist noch massiv ausgeführt und von sehr großem Durchmesser, dies ist nicht nur den damals noch größeren Elektronik-Bauteilen geschuldet, sondern auch dem Umstand, daß man zwei Batterien unterbringen mußte, die, parallelgeschaltet, für eine doppelt so lange Laufzeit sorgten.

Die werksseitige Winkehebelfeder steuert den Sekundenstop-Hebel. Bei gezogener Krone erfolgt so ein Eingriff ins Räderwerk, so daß die Uhrzeit nicht mehr weitergeschaltet wird. Ein Abklemmen der Batterie erfolgt hingegen nicht!

Räderwerk

Räderwerk

Der Räderwerksaufbau ist noch optisch ansprechend mit “richtigen” Zahnrädern durchgeführt. Bis auf den beidseitig steingelagerten Rotor sind die Zahnräder ausschließlich werksseitig steingelagert, auf der Zifferblattseite laufen die Zapfen in einfachen Metalllagern.

Seitenansicht des Räderwerks

Seitenansicht des Räderwerks

Das Übertragungsrad zwischen Rotor und Sekundenrad ist mit einem besonders massiven Trieb versehen, möglicherweise dient es in gewisser Weise als Schwungrad.

Unterseite Elektronikplatine

Unterseite Elektronikplatine

Die Elektronikplatine zeigt, daß die Entwicklung der Quarzuhr bei Ronda schon 1975 abgeschlossen war: Auf der Platine befinden sich nur noch das IC, der Quarz und ein Trimmkondensator zum Abgleich. Der Quarz (32768 Hz) ist allerdings noch etwas voluminöser als heute Uhren-Quarze, die runde Form des Gehäuses hat er allerdings schon.

Ronda 1175 Zifferblattseite

Ronda 1175 Zifferblattseite

Auf der Zifferblattseite findet man den Plastik-Datumsring, sowie den Ronda-typischen, langsam schaltenden Datumsmechanismus mit Schaltstern und verdeckt gelagerter Schnellverstellung. Diese funktioniert auf einzigartige Weise: Sobald man die Uhrzeit rückwärts dreht, wird das Datum schnell vorgeschaltet!

Datumskorrekturmechanismus

Datumskorrekturmechanismus

Der entsprechende Mechanismus funktioniert über einen schwimmend gelagerten Schaltstern, der vom Zeigerwerk über ein Zwischenrad (bei 11 Uhr) bewegt wird. Je nach Drehrichtung gelangt der Schaltstern in den Eingriff mit den Zacken des Datumsrings, bzw. entfernt sich davon. Die obere Achse wird dabei von einer Feder in Richtung des Datumsrings gedrängt.

Detail: Schaltstern

Detail: Schaltstern

Hier sieht man den Schaltstern und kann erkennen, wie der Eingriff (der gerade vorbei ist) aussehen würde.

Wie viele frühe Quarzwerke aus den 70er Jahren, so ist auch das vorliegende Exemplar nicht mehr gangfähig. Ein Wasserschaden sorgte mit entsprechend starker Oxidation (die Batterien lieferten ja fatalerweise noch längere Zeit Strom) dafür, daß die fragilen Kontakte zwischen Elektronikplatine und Schrittmotor abbrachen, außerdem weist die Motorspule eine irreparable Unterbrechung auf. Ob der Schaltkreis selber noch funktionieren würde, ist ebenfalls fraglich.

Technische Daten

Hersteller:Ronda
Kaliber:1175
Anzahl Steine:5
Hemmung:Quarz
Regulierorgan:Trimmkondensator
Bauweise:Massivbau
Aufzugstyp:Kupplungsaufzug
Ausstattung:SCD,QG,RDR
Funktionen:Stunde, Minute, Sekunde, Tag
Frequenz:32768 Hz
Größe:11 1/2''' (gemessen: 25,6mm)
Literatur: Flume: K4
Inventarnummer:16015

Anwendungsgalerie

Ronda-Quartz Herrenuhr

Ronda-Quartz Herrenuhr