UMF 23-32

 
UMF 23-32

UMF 23-32

Beschreibung

Die UMF stand Ende der 50er Jahre vor dem Problem, daß ihr bisher verbautes Standard-Stiftankerwerk, das UMF M54 / Thiel Start unterschieden.

Das hier gezeigte UMF 23-32 ist die steinlose Ausstattungsvariante mit Zentralsekunde.

Das UMF 23 wurde nur kurz gebaut, zwischen 1961 und 1963, bis es durch das jedem bekannte UMF 24 abgelöst wurde, welches rationeller und preiswerter herzustellen war.

Grundplatine

Grundplatine

Das UMF 23 besitzt ein Federhaus, das einseitig offen ist. Die Grundplatine erinnert in jeder Hinsicht an ein klassisches Stiftankerwerk, das zifferblattseitige Ankerradlager ist leicht flexibel gelagert, es kann also mit etwas Kraft bei Bedarf die Eingrifftiefe des Ankers justiert werden. Ob das in der Praxis jemals genutzt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.

Räderwerk

Räderwerk

Der Räderwerksaufbau ist absolut klassisch, mit (potentieller) kleiner Sekunde auf 6 Uhr und direkt angetriebenem, zentralen Minutenrohr.

Das UMF 23-32 nutzt eine zentrale, indirekt durch das Kleinbodenrad angetriebene, Sekunde, deren Verzahnung identisch mit der des Sekundenrad-Triebs ist. Das Minutenrohr wird dabei durch eine heruntergebogene Lasche der Dreiviertelplatine gelagert, obenauf liegt dann der Sekundenrad-Trieb, der werkssetig durch eine Feder gelagert und am Flattern gehindert wird.

Da der Nachgänger, das UMF 24, hier eine gänzlich andere Lösung nutzt, ist anzunehmen, daß auch diese, zugegeben etwas hemdsärmlige, aber doch herrlich pragmatische Konstruktion zu aufwändig in der Massenproduktion war.

Seitenansicht des Räderwerks

Seitenansicht des Räderwerks

Die nicht stoßgesicherte Ringunruh dieses recht hoch bauenden Werks schlägt mit 18000 Halbschwingungen pro Stunde und reguliert ein klassisches Stiftankerwerk.

UMF 23-32 Zifferblattseite

UMF 23-32 Zifferblattseite

Neben dem Wippenaufzug erkennt man auf der Zifferblattseite die interessante Montage des Sperrrads, welches auf die Federhauswelle nur gesteckt, dafür dann durch eine Abdeckungslasche mit zwei Schrauben fixiert wird. Das Gesperr selber ist sogar recht aufwändig ausgeführt.

Auf 9 Uhr erkennt man das zifferblattseitige Unruhlager, welches in der Höhe justiert werden kann. Bei Stiftankerwerken mit Körner-Lager ist dies eine gängige Möglichkeit, die effizienteste Lagerung einzustellen.

Im Labor

Leider ist das vorliegende Exemplar unvollständig, es fehlen vor allem Teile des Aufzugs, außerdem war die Unruhspirale nicht mehr zu retten. Eine Prüfung der Ganggenauigkeit konnte daher nicht vorgenommen werden.

Dieses Werk wurde von [Günter G](index.php?option=com_content&view=article&id=425:donations-guenter-g&catid=9&lang=de-DE&Itemid=109). gespendet. Vielen Dank für die Unterstützung des Uhrwerkearchivs!

Technische Daten

Hersteller:UMF
Kaliber:23-32
Hemmung:Stiftanker
Unruh-Ausführungen: Nickel-Ringunruh
Stoßsicherung(en): keine
Unruhlagerung / Richtung Spirale:Uhrzeigersinn
beweglicher Spiralklötzchenträger:nein
Regulierorgan:Spiralschlüssel
Werksaufbau:
  • Anker
  • Ankerrad, Sekundenrad, Kleinbodenrad, Minutenrad, Federhaus
  • Zentralsekundentrieb
Bauweise:Pfeilerbauweise
Aufzugstyp:Wippenaufzug
Winkelhebelfeder:2 Loch/Löcher
Ausstattung:SCI
Funktionen:Stunde, Minute, Sekunde
Halbschwingungen pro Stunde:18000
Größe:10 1/2''' (gemessen: 23,6mm)
Produktionszeitraum:1961 - 1963
Literatur: Flume: K3 66
Inventarnummer:16008