DuRoWe 270

 
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DuRoWe 270

Beschreibung

In den frühen 1950er Jahren brachten die DuRoWe die überaus erfolgreiche “Duromat”-Kaliberserie auf den Markt, die aus Automatic-Werken für Herrenuhren bestand und durch zahlreiche Weiterentwicklungen immer auf dem neuesten Stand war.

Um 1960 herum kam dann auch der ersehnte “Duromat” für Damenuhren auf den Markt, ein wirklich einziges Automatic-Werk mit einem Durchmesser von gerade einmal 16,2mm, entsprechend 7 14 Linien.

Grundplatine

Grundplatine

Schon die Grundplatine läßt erahnen, wie wenig Platz zur Verfügung steht, aber damals waren winzige Damenuhren der letzte Schrei. Ein Automatic-Werk mit nur 16,2mm Durchmesser zu konstruieren, war eine echte Meisterleistung, auch wenn das Werk am Ende relativ hochbauend war.

Räderwerk

Räderwerk

Das Räderwerk ist typisch für die 50er Jahre, es besitzt sowohl ein direkt angetriebenes Minutenrad, als auch eine direkt angetriebene Zentralsekunde.

Seitenansicht des Räderwerks

Seitenansicht des Räderwerks

Die in zwei hauseigenen Duroswing-Stoßsicherungen gelagerte Schraubenunruh darf noch gemächlich mit 18000 Halbschwingungen pro Stunde arbeiten, mehr ist bei dieser winzigen Größe auch nicht möglich, ohne Abstriche bei der Gangdauer zu machen.

Durowe 270 ohne Automatic

Durowe 270 ohne Automatic

Das Automatic-Modul wird mit nur zwei Schrauben auf der Räderwerksbrücke befestigt. Es greift in das Sperrad ein. Das Grundwerk ohne Automatic-Modul ist nichts anderes, als ein DuRoWe 260.

Unterseite Automaticmodul

Unterseite Automaticmodul

Der Automaticmechanismus besteht aus dem DuRoWe-typischen Wippenwechsler mit zweistufigem Untersetzungsgetriebe und Gesperr, dessen Klinke steingelagert ist.

Innenseite des Rotors

Innenseite des Rotors

Der Lagerachse ist Teil des recht filigran ausgeführten Rotors.

Ansicht ohne Rotor

Ansicht ohne Rotor

Die Oberseite des Automaticmoduls läßt bereits gut dessen Aufbau erkennen: Der Rotor greift in den steingelagerten Wippenwechsler (bei 3 Uhr) ein dann folgen beide Reduktionsräderm von denen dasjenige bei 5:30 Uhr in das Sperrad eingreift. Das Steinlager bei 6:30 Uhr gehört der Sperrklinke, die ein Ablaufen verhindert:

Räderwerk des Automaticmoduls

Räderwerk des Automaticmoduls

Diese Konstruktion ist ziemlich genial, vor allem, wenn man bedenkt, daß das komplette Werk einen minimal kleineren Durchmesser als ein 1ct-Stück hat. Daß es nicht übermäßig wartungsfreundlich ist, ist die Kröte, die man schlucken muß. Das größte Problem dürfte wohl die sehr dünne Rotor-Achse sein, die bei Stößen leicht brechen kann. Außerdem sorgt die Sperrklinke, die auf das erste Reduktionsrad eingreift für einen relativ großen Verschleiß, da hier Metall auf Metall schleift.

Unterseite des zweiten Reduktionsrads

Unterseite des zweiten Reduktionsrads

Bei Handaufzug wird das Automatic-Räderwerk ausgekuppelt, so daß selbst bei täglichem Handaufzug kein Verschleiß entsteht. Diese Funktion wird vom zweiten Reduktionsrad übernommen, an dessen Unterseite sich eine Klinkenkupplung mit zwei Klinken befindet. Wird das Trieb im Uhrzeigersinn (in der Aufsicht auf die Unterseite) gedreht, so dreht es sich frei durch, die Automatic ist also ausgekuppelt. Wir dagegen das Rad im Uhrzeigersinn gedreht, so greift die rechte Klinke in die Verzahnung ein und das Trieb wird eingekuppelt. Dies ist der Fall, wenn der Rotor das Werk aufzieht.

Durowe 270 Zifferblattseite

Durowe 270 Zifferblattseite

Auf der Zifferblattseite sieht man sehr schön den Kupplungsaufzug mit seiner Winkelhebelfeder und der von ihr getrennten Abdeckung des Wechsel- und Zeigerstellrads.

Das Ankerrad (bei 9:30 Uhr) besitzt beidseitig einen Deckstein.

Im Labor

Das hier vorgestellte Exemplar kam mit deutlichen Gebrauchsspuren, aber in lauffähigem Zustand ins Labor, so daß auf einen Service verzichtet wurde.

Zeitwaagen-Ergebnis

Die gemessenen Werte zeigen die Performance dieses Werks in unrevidiertem Zustand, nach vielen Jahren Einsatz und nach vermutlich längerer Lagerzeit:<br/> Die Werte schwanken relativ stark, gleichzeitig ist die Amplitude in allen Positionen außer "Zifferblatt oben" ziemlich gering, was auf einen größeren Wartungsstau schließen läßt. Nichtsdestotrotz würden sich diese Werte im täglichen Gebrauch größtenteils neutralisieren.

horizontale Lagen
Zifferblatt oben +45 s/Tag 254° 1.1ms
Zifferblatt unten 0 s/Tag 160° 0.9ms
vertikale Lagen
Krone rechts (12 oben) +90 s/Tag 140° 0.6ms
Krone oben (3 oben) +30 s/Tag 143° 0.9ms
Krone links (6 oben) -64 s/Tag 143° 1.2ms
Krone unten (9 oben) +15 s/Tag 143° 0.9ms

Technische Daten

Hersteller:DuRoWe
Kaliber:270
Anzahl Steine:25
Hemmung:Anker
Unruh-Ausführungen: Nickel-Schraubenunruh
Stoßsicherung(en): Duro-Swing
Unruhlagerung / Richtung Spirale:Gegenuhrzeigersinn
beweglicher Spiralklötzchenträger:nein
Regulierorgan:Rückerzeiger mit langem Arm
Werksaufbau:
  • Anker
  • Ankerrad, Sekundenrad, Kleinbodenrad
  • Minutenrad
  • Federhaus
Bauweise:Massivbau
Aufzugstyp:Kupplungsaufzug
Winkelhebelfeder:2 Loch/Löcher
Ausstattung:SCD,AUT
Funktionen:Stunde, Minute, Sekunde, Automatik-Aufzug
Halbschwingungen pro Stunde:18000
Größe:7 1/4''' (gemessen: 16,2mm)
Literatur: Flume: 1962 70
Inventarnummer:17003

Anwendungsgalerie

KH Automatic Damenuhr

KH Automatic Damenuhr

Roxy Damenuhr  (Gehäuse fehlt)

Roxy Damenuhr (Gehäuse fehlt)