Beschreibung
Das DuRoWe 61 ist ein mittelgroßes Damenuhrenformwerk, das in den 50er Jahren verbaut wurde.
Die Größe von 6 3/4 auf 8 Linien ist insofern interessant, als daß zu dieser Zeit meistens kleine 5 1/2 linige Formwerke verbaut worden sind.
Die größere Grundfläche ermöglicht ein allgemein größer dimensioniertes Werk und insbesondere ein größeres Federhaus und eine größere Unruh. Beides zahlt direkt auf eine höhere Ganggenauigkeit und längere Laufzeit ein. Der einzige Nachteil ist, daß ein etwas breiteres Gehäuse notwendig wird, was man aber relativ gut kaschieren kann.
Video on YouTubeDer Aufbau dieses Werks ist standardgemäß: Die Schraubenunruh läuft bereits in zwei hauseigenen Stoßsicherungslagern; die effektive Länge ihrer Spirale kann nur am Spiralschlüssel selber justiert werden, das Ende der Spirale ist fest mit dem, hier interessant geformten, Unruhkloben verbunden.
Das Räderwerk wird mittels eines Palettenankers reguliert, die Anordnung der Achsen ist bemerkenswert, denn Sekunden-, Kleinboden- und Minutenrad bilden eine Linie. Dem Ankerrad wurde werksseitig noch ein Deckstein auf dessen Lager verpaßt, sofern die Uhr also in der Position “Zifferblatt oben” getragen wird, kommen dessen Lagerungsvorteile zur Geltung. Mit 17 Steinen besitzt es die “Vollausstattung”, und damit zwei Steine mehr, als in den 50er Jahren noch die Regel bei Formwerken waren.
Die 18000 Halbschwingungen pro Stunde sind zeitgemäß für ein 50er-Jahre-Werk.
Ohne Schraubenunruh wurde dieses Werk auch von Kienzle verwendet, dort bekam es die Bezeichnung Kienzle 070/27:
Dieses Werk wurde später weiterentwickelt; seine letzte Inkarnation war in den späten 60er Jahren das Kaliber 89.
Zifferblattseitig findet man keine Überraschungen: Es wird ein Kupplungsaufzug verwendet, und man erkennt gut bei “12:30” das hauseigene Duro-Swing-Stoßsicherungslager.
Im Labor
Zeitwaagen-Ergebnis
Gute Gangwerte sind bei kleinen Uhrwerken eher schwierig zu erreichen; wenn das Werk dann auch noch jahrelang (jahrzehntelang?) ohne Service läuft, dann ist es fast unmöglich, ein sauberes Gangbild zu erhalten. Nichts anderes zeigt das hier vorliegende Werk: Mit diesen Werten, die in alle Richtungen streuen, ist kein Staat zu machen, dennoch dürfte das Werk im Mittel(!) am Handgelenk relativ genau laufen, da sich die unterschiedlichen Lagenunterschiede im Tragen mehr oder weniger stark ausgleichen.
Krone rechts (12 oben)

Krone oben (3 oben)

Krone links (6 oben)

Krone unten (9 oben)

Zifferblatt oben

Zifferblatt unten
Technische Daten
| Hersteller: | DuRoWe |
| Kaliber: | 61 |
| Größe: | 6 3/4 x 8''' (gemessen: 15,2 x 17,8mm) |
| Halbschwingungen pro Stunde: | 18000 |
| Anzahl Steine: | 17 |
| Hemmung: | Anker |
| Unruh-Ausführungen: | Nickel-Schraubenunruh |
| Stoßsicherung(en): | Duro-Swing |
| Unruhlagerung / Richtung Spirale: | Gegenuhrzeigersinn |
| beweglicher Spiralklötzchenträger: | nein |
| Regulierorgan: | Spiralschlüssel |
| Werksaufbau: |
|
| Bauweise: | Massivbau |
| Aufzugstyp: | Kupplungsaufzug |
| Winkelhebelfeder: | 4 Löcher |
| Produktionszeitraum: | 1953 - ~1963 |
| Referenzen: | Flume: 1957 47 |
| Erwähnung in Artikeln (Jahre): | 1953 - 1954 |
Weitere Werke von DuRoWe
- DuRoWe 50
- DuRoWe 55
- DuRoWe 70
- DuRoWe 72
- DuRoWe 75 (INT)
- DuRoWe 89
- DuRoWe 202
- DuRoWe 260
- DuRoWe 270
- DuRoWe 275
- DuRoWe 322
- DuRoWe 410
- DuRoWe 422
- DuRoWe 435
- DuRoWe 450 / Kienzle 071/17
- DuRoWe 552
- DuRoWe 585
- DuRoWe 590/1
- DuRoWe 753
- DuRoWe 861 / Timex M67
- DuRoWe 870 / Timex M84
- DuRoWe 900 / Timex M82
- DuRoWe 1032
- DuRoWe 1055
- DuRoWe 1132
- DuRoWe 1162
- DuRoWe 1285
- DuRoWe 1977-4 (INT)
- DuRoWe 1980 (INT)
- DuRoWe 7410/2 (INT)
- DuRoWe 7420/2 (INT)
- DuRoWe 7422/2 (INT) / Dugena 2113
- DuRoWe 7522/4 (INT)
- DuRoWe 7525 (INT)



