Bifora 70

 
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Bifora 70

Beschreibung

1958 brachte Bifora in Schwäbisch Gmünd ihr kleinstes rundes Handaufzugswerk auf den Markt, das Kaliber Bifora 70.

Mit einem Durchmesser von nur 7 14 Linien (15,8mm) war es bestens zum Einbau in die damals hoch modischen winzigen Damenuhren geeignet. Dennoch ist es fast verwunderlich, wieso Bifora ein rundes Werk dieser Größe herausbrachte, denn schon damals wurden für solche Uhren hauptsächlich tonneau-förmige Werke verwendet. Vielleicht auch deswegen wurde die Produktion schon 1962 wieder eingestellt.

Das Bifora 70 wurde auch von Dugena verbaut, dort bekam es die Bezeichnung Dugena 1204:

Dugena 1204 / Dugena 70

Dugena 1204 / Dugena 70

Ob alle Dugena-Ausführungen vergoldet sind, ist nicht bekannt.

Grundplatine

Grundplatine

Das Bifora 70 gab es mit 16 und mit 17 Lagersteinen, das hier vorgestellte Exemplar weist zwar auf dem Zifferblatt 17 Lagersteine aus, es sind aber nur 16 verbaut: 4x Unruh-Lager, 1x Ellipse, 2x Anker-Lager, 2x Ankerpaletten, 2x Lager Hemmungsrad, 2x Lager Sekundenrad, 2x Lager Kleinbodenrad und das werksseitige Lager des zentralen und direkt angetriebenen Minutenrads.

Räderwerk

Räderwerk

Das Räderwerk ist traditionell aufgebaut, interessant ist, daß die Räder einerseits sehr kleine Durchmesser haben, andererseits aber zweistöckiger Aufbau verwendet wird, bei dem sich das zifferblattseitige Lager des Sekundenrads über dem darunterliegenden Ankerrad befindet. So ein Aufbau findet normalerweise nur bei raumsparenden Werken (i.d.R. Formwerken) Anwendung, und beim Bifora 70 ist gut zu erkennen, daß jede Menge Platz ungenutzt bleibt.

Seitenansicht des Räderwerks

Seitenansicht des Räderwerks

Die steinlose Ringunruh läuft in zwei Incabloc-Stoßsicherungen (zifferblattseitig in der flachen Form) und schlägt langsam mit 18000 Halbschwingungen pro Stunde. Sie reguliert ein Palettenankerwerk schweizer Bauart. Die Oszillationsfrequenz kann mit einem langen Rückerzeiger justiert werden, ein Detail, das für ein hochwertiges Werk spricht.

Bifora 70: Zifferblattseite

Bifora 70: Zifferblattseite

Die Zifferblattseite des Bifora 70 bieten einen erfreulichen Anblick, mit Kupplungsaufzug, der flachen Incabloc-Stoßsicherung und großen Ausschnitten für das Hemmungsrad und die Ankerpaletten, was das Ölen der Paletten (bzw. Benetzen der Ankerrad-Flächen mit Öl) vereinfacht.

Im Labor

Das vorliegende Exemplar kam in funktionsfähigem Zustand ins Labor, so daß auf eine Reinigung und Ölung verzichtet wurde.

Bei dem zweiten Exemplar, jenes, das als Dugena-Werk ausgezeichnet war, ist die Unruhwelle gebrochen, und auch die Welle des Minutenrads.

Zeitwaagen-Ergebnis

In den horizontalen Lagen zeigt das Werk sehr gute Werte auf der Zeitwaage, in den hängenden Lagen leider nur noch sehr bescheidene Werte. Entweder hat dieses Werk einen aktuten Servicebedarf, oder die Unruhwelle ist beschädigt. Jedenfalls dürften die hängenden Lagen keinesfalls repräsentativ für dieses Kaliber sein, sie stellen nur eine Momentaufnahme des gemessenen Exemplars dar!

horizontale Lagen
Zifferblatt oben +7 s/Tag 206° 2.8ms
Zifferblatt unten +9 s/Tag 197° 2.0ms
vertikale Lagen
Krone rechts (12 oben) -2 s/Tag 163° 2.0ms
Krone oben (3 oben) -90 s/Tag 177° 2.0ms
Krone links (6 oben) -150 s/Tag 161° 2.6ms
Krone unten (9 oben) -50 s/Tag 144° 2.6ms

Technische Daten

Hersteller:Bifora
Kaliber:70
Anzahl Steine:16
Hemmung:Anker
Unruh-Ausführungen: Nickel-Ringunruh
Stoßsicherung(en): Incabloc
Unruhlagerung / Richtung Spirale:Uhrzeigersinn
beweglicher Spiralklötzchenträger:nein
Regulierorgan:Rückerzeiger mit langem Arm
Werksaufbau:
  • Anker
  • Ankerrad, Sekundenrad, Kleinbodenrad, Minutenrad
  • Federhaus
Bauweise:Massivbau
Aufzugstyp:Kupplungsaufzug
Winkelhebelfeder:3 Loch/Löcher
Funktionen:Stunde, Minute
Halbschwingungen pro Stunde:18000
Größe:7 1/4''' (gemessen: 15,8mm)
Produktionszeitraum:1958 - 1962
Literatur: Flume: K3 6
Inventarnummer:17035

Anwendungsgalerie

Bifora Damenuhr

Bifora Damenuhr

Dugena Damenuhr

Dugena Damenuhr

Dieses Werk samt Bifora-Uhr ist eine Spende von Götz Schweitzer an das Uhrwerksarchiv. Ganz herzlichen Dank für die tolle Unterstützung!