AS 1580

 
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AS 1580

Beschreibung

Das sogenannte “Maximatic”-Kaliber AS 1580 debütierte 1958. Es besaß einen, ins Werk teilintegrierten Automaticmechanismus mit beidseitigem Aufzug und wurde bis zur Ablösung durch die Kaliberserie 1716 in mehreren unterschiedlichen Ausführungen produziert. Diese Serien waren die 1580er-Kaliberfamilie, die 1680er-Kaliberfamilie und die Familie um das Kaliber 1700. Die, vermutlich minimalen, Unterschiede lassen sich leider nicht einfach ermitteln - selbst der Flume Werksucher ist hier keine Hilfe.

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Bei diesem Werk ist der Rotor achsengalagert.

AS 1580 ohne Rotor

AS 1580 ohne Rotor

Der Rotor mit seiner Außenverzahnung läuft in einer Vertiefung der oberen Automaticplatine.

Rotor mit offenem Verschluß

Rotor mit offenem Verschluß

Über einen Verschlußhebel, der mit einem Schraubenkopf versehen ist, wird der Eingriff in die Rotorachse gelöst bzw. festgestellt.

Automaticmechanismus

Automaticmechanismus

Der Automaticmechanismus besteht aus drei Rädern: Einem Klinkenrad, das im Eingriff mit dem Rotor steht, einem weiteren Klinkenrad, das mit dem ersten Klinkenrad im Eingriff steht und sich daher in die andere Richtung dreht, bzw. Freilauf hat, und einem Reduktionsrad, das auf den Gegenpart, der sich im Werk befindet, einwirkt.

Eingriff Rotor in den Automaticmechanismus

Eingriff Rotor in den Automaticmechanismus

Der Rotor wirkt in beiden Drehrichtungen auf das erste Klinkenrad ein.

Räderwerk des Automaticmechanismus

Räderwerk des Automaticmechanismus

Das zweite Klinkenrad befindet sich im Eingriff mit dem ersten Klinkenrad und dreht sich daher in entgegengesetzter Richtung.

Automaticmechanismus, Klinkenrad im Eingriff

Automaticmechanismus, Klinkenrad im Eingriff

Der Klinkenwechsler sorgt dafür, daß sich das Trieb nur in einer Richtung mitdreht; in der anderen Drehrichtung kommt der Freilauf dieses Mechanismus zum Zuge. Auf diese Weise garantiert man, daß sich, obwohl sich beide Klinkenräder stets in verschiedene Richtungen drehen, die Triebe immer nur eine Richtung drehen. Genau das ermöglicht den beidseitigen Aufzug bei nur geringem totem Winkel.

Deckplatine des Automaticmechanmismus

Deckplatine des Automaticmechanmismus

Die beiden Klinkenräder sind werksseitig steingelagert, allerdings nur werksseitig. Das Reduktionsrad läuft werksseitig nur in einem gehärteten Lager - hier gibt es tatsächlich einen Unterschied zu den anderen Kaliberfamilien, bei denen auch hier Lagersteine (und sogar Decksteine) verwendet werden.

AS 1580 ohne Automaticmechanismus

AS 1580 ohne Automaticmechanismus

Das Räderwerk des AS 1580 entspricht einem normalen Handaufzugswerk, das an geeigneter Stelle um den Automaticmechanismus erweitert wurde. Hierfür wurde der notwendige Platz freigelassen.

Die goldfarbige Glucydur-Schraubenunruh schlägt noch mit gemächlichen 18000 Halbschwingungen pro Stunde. Sie läuft in der hier gezeigten Ausführung in zwei Incabloc-Stoßsicherungslagern.

Die gebläute Nivarox-I-Spirale garantiert bestmögliche Gangwerte. Ihr eines Ende ist fest mit dem Unruhkloben verbunden (Werke aus den anderen Maximatic-Kaliberserien haben hier teilweise bereits bewegliche Spiralklötzchenträger), ihre effektive Länge wird über den Spiralschlüssel festgelegt. Einen langen Rückerzeiger aus Platzgründen nicht mehr, denn, wie man an der Aussparung erkennt, mußte hier Platz für ein Klinkenrad des Automaticmechanismus geschaffen werden.

Werk ohne Hemmung

Werk ohne Hemmung

Die Konstruktion des Werks ist für damalige Verhältnisse ziemlich modern: Das Zentralsekundenrad liegt im Kraftfluß und wird somit direkt angetrieben.

Grundplatine mit Minutenrad und Minutenradkloben

Grundplatine mit Minutenrad und Minutenradkloben

Um Platz in der Höhe zu sparen, liegt das flache Minutenrad unter einem eigenen Kloben. Diese Konstruktion wird selbst heute noch verwendet!

Grundplatine nur mit Federhaus

Grundplatine nur mit Federhaus

Das Federhaus ist unter einer sehr schmalen Brücke gelagert. Auf dieser wird, wie bei ganz normalen Handaufzugswerken, ein Gesperr mit Feder und Klinke verwendet.

Breguetkupplung auf der Federhausunterseite

Breguetkupplung auf der Federhausunterseite

Um den Automaticmechanismus bei Handaufzug abzukuppeln wurde eine Breguetkupplung unterhalb des Federhauses eingebaut. Sie sorgt dafür, daß es in einer Richtung zu einem Freilauf kommt.

Hierdurch werden, im Gegensatz zu den Konstruktionen beispielsweise der ETA, die Klinkenräder optimal geschont.

Nachteil dieser Konstruktion ist, daß sie die Bauhöhe vergrößert.

Grundplatine ohne Federhaus, mit Breguet-Kupplung

Grundplatine ohne Federhaus, mit Breguet-Kupplung

Unter dem Federhaus befindet sich der Gegenpart der Breguet-Kupplung. Er wird vom zifferblattseitigseitigen Reduktionsrad des Automaticmechanismus bedient. Und in dieses Reduktionsrad wiederum greift das lange Trieb des eigenständigen Automaticmechanismus ein.

Grundplatine AS 1580

Grundplatine AS 1580

Wie man hier erkennen kann, wäre durchaus noch mehr Platz im Werk vorhanden gewesen, als genutzt wurde. Der Werksaufbau ist also ziemlich effizient.

AS 1580 Zifferblattseite

AS 1580 Zifferblattseite

Zifferblattseitig fällt als erstes die Incabloc-Stoßsicherung mit ihrem eigenen Lagerplättchen auf. Dadurch war es möglich, daß dieses Werk bei Bedarf auch mit anderen Stoßsicherungstypen, oder auch ganz ohne Stoßsicherung erhältlich war.

Natürlich besitzt so ein qualitativ hochwertiges Werk auch einen adäquaten Kupplungsaufzug. Bei diesem ist die Winkelhebelfeder (bei “4”) besonders interessant geformt.

Im Labor

Das Werk kam lose und mit Zifferblatt in das Labor. Vermutlich wurde es aus einer Golduhr (deren Gehäuse wohl leider eingeschmolzen wurde) ausgebaut. Um sicherzugehen, daß sich in diesem interessanten Werk kein Schmutz befindet, wurde es komplett zerlegt, gereinigt und anschließend geölt.

Während des Zerlegens wurde ein größerer Wasserschaden sichtbar, der zwar weitestgehend entfernt werden konnte, dennoch ist klar, das dieses Werk darunter gelitten haben muß.

Zeitwaagen-Ergebnis

Die Gangwerte auf der Zeitwaage sind leider etwas dürftig - ein Werk mit dieser Ausstattung (Automatic und Glucydur-Schraubenunruh) und von diesem namhaften Hersteller sollte bessere Ergebnisse liefern. Hier ist wohl der oben erwähnte Wasserschaden und vermutlich auch eine recht lange Laufzeit, evtl. mit langen Revisionsabständen, vielleicht auch einige stärkere Stöße in der Vergangenheit, dafür verantwortlich, daß sich das Werk nicht mehr in optimalem technischen Zustand befindet und daher deutliche lageabhängige Gangwerte liefert. In den Lagen selber sind sie aber sehr gleichmäßig!.
Krone rechts (12 oben)

Krone rechts (12 oben)

Krone oben (3 oben)

Krone oben (3 oben)

Krone links (6 oben)

Krone links (6 oben)

Krone unten (9 oben)

Krone unten (9 oben)

Zifferblatt oben

Zifferblatt oben

Zifferblatt unten

Zifferblatt unten


horizontale Lagen
Zifferblatt oben+25 s/Tag
Zifferblatt unten+20 s/Tag
vertikale Lagen
Krone rechts (12 oben)-5 s/Tag
Krone oben (3 oben)-20 s/Tag
Krone links (6 oben)+10 s/Tag
Krone unten (9 oben)+60 s/Tag
Zeitwaagen-Messergebnis

Technische Daten

Hersteller:AS
Kaliber:1580
Anzahl Steine:17
Hemmung:Anker
Unruh-Ausführungen: Glucydur-Schraubenunruh
Stoßsicherung(en): Incabloc
Unruhlagerung / Richtung Spirale:Uhrzeigersinn
beweglicher Spiralklötzchenträger:nein
Regulierorgan:Spiralschlüssel
Werksaufbau:
  • Anker
  • Ankerrad, Sekundenrad, Kleinbodenrad
  • Minutenrad
  • Federhaus
Bauweise:Massivbau
Aufzugstyp:Kupplungsaufzug
Winkelhebelfeder:2 Loch/Löcher
Ausstattung:SCD,AUT
Funktionen:Stunde, Minute, Sekunde, Automatik-Aufzug
Halbschwingungen pro Stunde:18000
Größe:11 1/2''' (gemessen: 25,6mm)
Produktionszeitraum:1958 - 196?
Literatur: Flume: 1962 94

Anwendungsgalerie

Herrenuhr, am Rotor gelabelt "Recta"

Herrenuhr, am Rotor gelabelt "Recta"

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